Landespolitik

Künftige AfD-Abgeordnete in der Kritik

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Alexandra Walter bestreitet, die NS-Zeit zu verherrlichen. Die Partei prüft Vorwürfe zu fragwürdigen Facebook-Beiträgen.

Für Janine Wissler von der Linksfraktion steht außer Frage: „So eine Frau darf nicht ins Parlament einziehen“, sagte sie am Freitag der FR. Schon in ihrer Bewerbungsrede beim AfD-Nominierungsparteitag habe Alexandra Walter aus Rüsselsheim ihre Gesinnung offenbart. Darin warf die Doktorandin der Amerikanistik Kultureinrichtungen „linke Politik“ vor. Dass ein Vertreter der Muslime im Rundfunkrat sitzt, sei eine „Unterwerfung“. In den sozialen Medien fiel Walter, eine der 19 künftigen AfD-Abgeordneten im Landtag, jetzt durch fragwürdige Kommentare auf, die das Rechercheteam „achtsegel.org“ gefunden hatte. Die betreffenden Einträge auf Twitter und Facebook sind inzwischen gelöscht. Walter sagte dazu, sie stammten nicht von ihr. „Ich bin weder rechtsextrem, noch würde ich die NS-Zeit verherrlichen.“

Einer der Einträge betrifft Dries Collens, Freiwilliger der Waffen-SS. „Ein toller Mensch“, schrieb Walter auf Facebook. In einem weiteren Post geht es um eine Rotarmistin: „Ja, ja, auch im 2. Weltkrieg verfielen Deutsche Soldaten der Schönheit des feindlichen Weibes.“ Dieser „Verrat“ habe „zur Niederlage Deutschlands nicht unwesentlich beigetragen“.

Wissler hat keinen Zweifel, dass diese Sätze von Walter stammen. „Es gibt keinen Hinweis auf Fake Posts.“ Gelöscht worden seien sie ja auch erst, als sie öffentlich geworden waren. Die AfD sei derzeit dabei, die Vorwürfe „sorgfältig“ zu prüfen, sagte Landessprecher Robert Lambrou der FR am Freitag. Das Ergebnis werde Anfang nächster Woche feststehen. Über Details wolle er sich nicht äußern.

Alexandra Walter hat als Themenschwerpunkte Kultur und Medien. Die 40-Jährige ist Fremdsprachenkorrespondentin und trat im Februar 2017 in die AfD ein. Schon seit Mai 2016 sitzt sie für die Rechtspopulisten im Groß-Gerauer Kreisausschuss als Kreisbeigeordnete.

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