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Zur Art des explodierten Sprengsatzes konnte die Polizei am Freitag keine Details nennen.

Kassel

Explosion in Kassel wurde vorsätzlich ausgelöst

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Am Donnerstagabend ist in Kassel ein Sprengsatz explodiert. Die Polizei prüft, ob es einen Zusammenhang mit einem ähnlichen Fall von Anfang Juli geben könnte.

Nach einer Explosion neben einem geparkten Auto am Donnerstagabend in Kassel geht die Polizei von einer vorsätzlichen Tat aus. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Nordhessen sagte der Frankfurter Rundschau, man ermittele in alle Richtungen und prüfe auch, ob es einen Zusammenhang mit einem weiteren Fall geben könnte, der sich bereits Anfang Juli ereignet hatte. Auch ein politisches Tatmotiv könne man derzeit nicht ausschließen.

Gegen 22.20 Uhr war am Donnerstag in der Hoffmann-von-Fallersleben-Straße in Kassel-Nord ein unbekannter Gegenstand explodiert. Wegen des lauten Knalls alarmierten gleich mehrere Anwohner die Polizei, die den Bereich um die Detonation bis 3.50 Uhr komplett absperrte. Nach Polizeiangaben entstand durch die Explosion leichter Sachschaden an einem geparkten Auto, außerdem wurde eine Glasscheibe an der angrenzenden Paul-Julius-von-Reuter-Schule beschädigt. Verletzt wurde niemand. Im Gespräch mit der FR sagte der Polizeisprecher, angesichts des extrem lauten Knalls sei der entstandene Schaden eher gering.

Kurz vor der Explosion hatten Augenzeugen laut Polizeiangaben einen dunklen Kleinbus bemerkt, der in Richtung Wolfhager Straße fuhr und aus dem heraus ein Gegenstand in Richtung des später beschädigten Fahrzeug geworfen worden sein soll. Die Polizei bittet weitere Augenzeugen, sich zu melden. Außerdem suchen die Ermittler einen schwarz gekleideten Mann mit einem weißen Mountainbike, der offenbar am Tatort unterwegs war und als Zeuge in Betracht kommt.

Zur Art des explodierten Sprengsatzes konnte die Polizei am Freitag keine Details nennen. Der beschädigte Wagen wurde sichergestellt, die Auswertung von Spuren läuft.

Anfang Juli war vor einem Mehrfamilienhaus im Kasseler Stadtteil Wesertor ebenfalls ein unbekannter Sprengsatz detoniert. Dabei waren die Fensterscheibe der Haustür und eine Treppenstufe beschädigt worden. Auch in diesem Fall sind die Hintergründe weiterhin ungeklärt. Ein Polizeisprecher hatte der FR aber kurz nach der Tat gesagt, man ermittele auch, ob es einen Zusammenhang mit dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke geben könnte.

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