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Frank Hannig
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Frank Hannig will sich nicht zu dem Vorwurf äußern, er habe sich ein Geständnis seines früheren Mandanten Stephan Ernst ausgedacht. (Archivbild vom Januar 2020)

Mordfall Walter Lübcke

Ex-Anwalt von Stephan Ernst schweigt zu Vorwürfen

  • Hanning Voigts
    VonHanning Voigts
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Der Dresdener Rechtsanwalt Frank Hannig soll die zweite Einlassung von Stephan Ernst im Lübcke-Prozess erfunden haben. Dazu äußern will der Strafverteidiger sich nicht.

Der frühere Strafverteidiger des mutmaßlichen Mörders von Walter Lübcke, der Dresdener Rechtsanwalt Frank Hannig, will sich nicht zu dem Vorwurf äußern, er habe sich ein Geständnis seines früheren Mandanten Stephan Ernst ausgedacht. Seine Verschwiegenheitspflicht als Anwalt verbiete ihm das, teilte Hannig der Frankfurter Rundschau auf Anfrage mit. „Zu meinem Bedauern kann ich mich auch gegen die im Raum stehenden Vorwürfe aus diesem Grunde nicht öffentlich verteidigen“, so Hannig.

Stephan Ernst, der wegen Mordes an dem Kasseler Regierungspräsidenten angeklagt ist, hatte die Tat zunächst eingeräumt, sein Geständnis dann aber widerrufen und seinen Freund Markus H. beschuldigt. Vor Gericht hatte er dann geschildert, er habe den Schuss abgegeben, H. sei aber dabei gewesen. Die zweite Tatversion sei eine Erfindung seines damaligen Anwalts Frank Hannig gewesen, der Markus H. zu einer Aussage habe provozieren wollen.

Ernsts aktueller Verteidiger Mustafa Kaplan und der Kasseler Rechtsanwalt Bernd Pfläging, der Ernst ebenfalls beraten hatte, hatten als Zeugen vor Gericht bestätigt, dass die Idee zu Ernsts zweiter Einlassung von Hannig gekommen sei. Pfläging will Ernst von diesem Vorgehen mit den Worten abgeraten haben, Hannigs Strategie sei „juristischer Blindflug“.

Sollten die Schilderungen zutreffen, könnte Hannig sich wegen Anstiftung zur falschen Verdächtigung strafbar gemacht haben. Die Staatsanwaltschaft Kassel teilte der FR auf Anfrage mit, man habe derzeit „keine nähere Kenntnis“ zu den Inhalten des Lübcke-Prozesses und prüfe daher momentan keinen Anfangsverdacht. Der Lübcke-Prozess wird am Donnerstag in Frankfurt fortgesetzt. Auch Frank Hannig soll noch als Zeuge vernommen werden.

Das hessische Innenministerium hat derweil auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei hin bestätigt, dass auf dem Handy von Markus H. auch Teile von Ausbildungsunterlagen der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung gefunden wurden. Darin ging es demnach um Fahndungskonzepte gegen Terroristen. Woher H. die Unterlagen habe, sei aufgrund ihrer großen Verbreitung unter Studierenden nicht mehr zu ermitteln, so das Ministerium.

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