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Landschaftsimpressionen und Erinnerungen.

Der Sonnehof in Idstein

Es wird bis in die Puppen gefeiert

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Mit der neuen Leinwand wird im Sonnehof in Idstein aus dem Speisesaal eine Kneipe. Eine zweite Leinwand zeigt Kirchenfenster. Sie dient bei Gottesdiensten als würdiger Rahmen.

Man kann stundenlang vor dieser Leinwand sitzen und immer wieder „neue Dinge entdecken“: Die Leiterin des Alten- und Pflegeheims in Idstein-Oberrod, Gerlinde Rothenhöfer, ist begeistert darüber, wie sehr die Neuanschaffung zu Geselligkeit animiert. Wo sonst der Fernsehapparat seinen Stammplatz hat und Bullaugen Einblicke in das Geschehen in der Küche gewähren, beleben Landschaftsimpressionen, Gesellschaftsspiele und Biergläser den großen Speisesaal.

Mit „tosendem Erfolg“ wurde der Vorstandsvorsitzende der Altenhilfe, Hans-Dieter Klein bedacht, der in dieser Woche eine Spende über 6000 Euro dem am Rande des Taunus gelegenen „Haus Sonnenhof“ überbrachte.

Hervorgezogen wird die Leinwand zum Beispiel, wenn die 64 Bewohnerinnen und Bewohner einmal im Monat zum „Stammtisch“ geladen werden. Der geht gewöhnlich „bis in die Puppen“. Eine zweite Leinwand löst dagegen eher Zurückhaltung aus. Es werden Kirchenfenster gezeigt. Und wenn sie bei den evangelischen und katholischen Gottesdiensten zu sehen ist, wird es ganz still im Saal. „Die Menschen verhalten sich wie in der Kirche“, sagt Rothenhöfer. „Gottesdienst im Speisesaal – das war nicht das Wahre.“ Das Kirchenbild überzeugt mit Details: So hat sich dort eine Kirchenmaus eingeschlichen und bei der Bewohnerin, die sie entdeckt hatte, „riesige Freude“ ausgelöst.

Eine dritte Leinwand ist bereits geplant: Sie soll das zeigen, was die Bewohner sich wünschen. Jeder erhält ein Blatt Papier, um das aufzumalen, was auf der Leinwand erscheinen soll. Manfred Ennisch, der die ersten beiden Leinwände gestaltet hat, wird die Anregungen aufgreifen. Ennisch kommt vom Theater und arbeitet seit zwei Jahren als Betreuer im Heim,

Rothenhöfer betont die familiäre Atmosphäre der Einrichtung. So sei es durchaus üblich, dass Mitarbeiterinnen ihre Kinder mitbrächten, wenn mal die Schule ausfalle: „Wir haben ja genügend Opas und Omas. Das ist eine echte Win-win-Situation.“

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