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Nach der Turmhaube wird in den nächsten Monaten die Fassade der Stadtkirche am Rüsselsheimer Marktplatz saniert.

Martinsgemeinde in Rüsselsheim

Wahrzeichen wird saniert

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Die evangelische Martinsgemeinde in Rüsselsheim startet eine Spendenaktion um 50.000 Euro für die seit dem Sommer laufenden Arbeiten am Stadtkirchenturm zu sammeln.

Zwar ist der Turm der Rüsselsheimer Stadtkirche schon seit dem Sommer eingerüstet. Die evangelische Martinsgemeinde hat nun jedoch damit begonnen, Spenden für das aufwendige Sanierungsprojekt einzuwerben.

Der Turm des Gotteshauses am Marktplatz wurde bereits vor einigen Monaten von Fachleuten begutachtet. Dabei stellte sich heraus, dass das Gebälk marode ist. Allerdings wurde auch klar, dass es nicht ausreicht, bloß die Dachhaube zu sanieren, sondern auch gleich die Fassade. In der Verwaltung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau sowie beim Landesamt für Denkmalpflege äußerte man sich nach den vorliegenden Untersuchungsergebnissen besorgt über den baulichen Zustand, so dass die Sanierung des Kirchenturms mit Priorität vorangetrieben wurde.

Doch damit das Wahrzeichen der Stadt wieder in voller Pracht erstrahlen kann, benötigt die Martinsgemeinde viel Geld. Der Rüsselsheimer Illustrator und Kulturpreisträger Bengt Fossard hat den Stadtkirchenturm bereits in einer Grafik für einen Spendenflyer symbolisch mit Fieber ins Bett gelegt. Der Kirchturm sieht auf dem Flyer krank aus und macht einen leidenden Eindruck.

Seit August sind Mitarbeiter der auf Denkmalpflegearbeiten, Konservierungen und Restaurierungen spezialisierten Firma Nüthen aus Erfurt mit der Sanierung beschäftigt. Für die Arbeiten wurde auch eine Öffnung in ein kleines Kirchenfenster geschaffen, um Versorgungsleitungen nach außen zu verlegen.

Die rheinischen Schiefertafeln auf dem Kirchturmdach mussten nach Auskunft von Heidi Förster vom Evangelischen Dekanat Groß-Gerau/Rüsselsheim in den vergangenen Wochen einzeln erneuert werden. Die Spitze des Turms sei bereits fertiggestellt worden. In den nächsten Monaten müssten nun noch die Beton- und Sandsteinmauern von oben nach unten abgetragen und erneuert werden. Für die Sanierungsarbeiten seien 873 000 Euro veranschlagt worden. Die Martinsgemeinde müsse 50 000 Euro an Spenden aufbringen.

Pfarrer Andreas Jung ist zuversichtlich, dass die Spendensumme zusammenkommt. Er sagt, er finde es erfreulich, dass die Rüsselsheimer bereit seien, für die Sanierung des stadtbildprägenden Kirchturms Geld zu spenden. Mehr als 5000 Euro sind bereits an Spenden eingegangen. Gemeinsam mit Kirchenvorsteher Christian Torsten Otto konnte der Pfarrer jüngst etwa eine Spende über 762 Euro von Mitarbeiterinnen des Kirchenladens in Empfang nehmen. Der Kochclub „Heiße Kelle“ überreichte zudem einen Scheck über 500 Euro.

Und auch die Kirchengemeinde wird sich in den nächsten Monaten mit verschiedenen Aktionen und Spendenaufrufen an die Bürger der Stadt sowie an Sponsoren wenden, um weitere Spenden einzuwerben. Die Stadtkirche mit ihrer klassizistischen Bauweise war am 1944 bis auf die Außenmauern ausgebrannt und wurde in den 1950er Jahren für 120 000 Mark wieder aufgebaut. Damals habe die Stadt bereits „einen großen Anteil übernommen“, weiß Pfarrer Jung.

Spenden können unter dem Stichwort „Turmsanierung“ auf das Konto mit der IBAN-Nummer DE 40 5009 3000 0009 4539 03 bei der Rüsselsheimer Volksbank (BIC: GENODE51RUS) eingezahlt werden.

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