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Viele müssen sonntags arbeiten, auch in der Gastronomie.

Evangelische Kirche in Hessen

Sonntagsarbeit aufs Nötigste beschränken

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Die Evangelische Kirche in Hessen wirbt millionenfach für einen gemeinsamen Ruhetag in der Woche. Sie will die Bedeutung des Sonntags stärker ins Bewusstsein heben.

Früher sei es leichter gewesen, Sonntagsdienste zu besetzen, sagt Christiane Koch, Stationsleiterin in einem Frankfurter Krankenhaus. „Doch die Lebenssituation vieler Mitarbeiter hat sich geändert“, ergänzt sie.

Alleinerziehende, die sich am Samstag und Sonntag um ihre Kinder kümmern müssen (und wollen). Menschen, die in einer Fernbeziehung leben und nur die gemeinsamen Wochenenden haben. „Und andere, die einen Nebenjob benötigen, um am Wochenende das Geld zu verdienen, das sie zum Leben im Rhein-Main-Gebiet brauchen“, sagt Koch.

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat am Donnerstag eine Aktion gestartet, mit der sie die Bedeutung des Sonntags stärker ins Bewusstsein heben will. Sie hat dafür in das Bethanien-Krankenhaus nach Frankfurt eingeladen. Kirchenpräsident Volker Jung erklärt, warum. „Wir wissen, dass sonntags an vielen Stellen gearbeitet werden muss“, sagt er. In Kliniken natürlich, bei der Polizei, in Gaststätten und Hotels. Doch die Beispiele, die Stationsleiterin Koch genannt hat, machten auch deutlich, dass diese Sonntagsarbeit für viele Menschen nur schwer zu leisten sei. Sie solle deshalb auf das Nötigste beschränkt bleiben.

„Menschen brauchen eine gemeinsame freie Zeit“, sagt die stellvertretende Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf. Das nütze der Familie, dem Freundkreis, dem Vereinsleben. „Es ist zentral, dass es diesen einen gemeinsamen Tag gibt und nicht jeder an einem anderen Tag frei hat“, so Scherf. Die EKHN beteiligt sich deshalb auch an der Allianz für den freien Sonntag, die bereits mehrmals erfolgreich gegen die Ladenöffnung an diesem Tag der Woche geklagt hat.

Die am Donnerstag vorgestellte Aktion komme bei den Kirchengemeinden gut an, berichtet EKHN-Sprecher Volker Rahn. 570 Gemeinden hätten bereits Material bestellt, etwa Postkarten, Plakate und Banner für Kirchtürme und Fassaden. Darüber hinaus schickt die EKHN an ihre mehr als 1,5 Millionen Mitglieder Post mit dem Titel „So ist Sonntag“. Der Mitgliederbrief erläutere die kirchlichen Hintergründe des Ruhetags, nenne Probleme der Sonntagsarbeit und gebe Tipps für die Gestaltung der arbeitsfreien Zeit. Informationen gibt es auch auf der Website www.so-ist-sonntag.de.

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