Mainz

Letzte Ausgrabungen in der Bischofskirche

Archäologen stoßen auf den Vorgängerbau des Doms. Der Boden in St. Johannis wird bis zu drei Meter tief ausgehoben.

Die archäologischen Grabungen in der evangelischen Mainzer Johanniskirche werden zum Jahresende vollständig eingestellt. Danach werde es im Zuge der weiteren Sanierungsarbeiten nur noch baubegleitende Maßnahmen geben, sagte Pfarrer Gregor Ziorkewicz dem Evangelischen Pressedienst.

Bereits Ende des vergangenen Jahres  waren die großangelegten Arbeiten in der frühmittelalterlichen Kirche stark reduziert worden. In den vergangenen knapp sechs Jahren hatten Archäologen nahezu den kompletten Boden des Kircheninnenraums bis in drei Meter Tiefe ausgehoben.

Die Forscher konnten mit ihrer Arbeit zweifelsfrei nachweisen, dass St. Johannis der Vorgängerbau des weltberühmten Mainzer Doms ist und schon zur Zeit des legendären Bonifatius (um 673-754) als Mainzer Bischofskirche diente.

Millionen Euro Kirchensteuer

Somit handelt es sich um die älteste frühmittelalterliche Großkirche nördlich der Alpen mit weitflächig erhaltenem Originalmauerwerk aus der Zeit um 900. Die ältesten freigelegten Bauelemente können mittlerweile sogar auf das 5. oder 6. Jahrhundert datiert werden.

Auslöser der mehrjährigen archäologischen Arbeiten war die Sanierung einer Heizungsanlage im Jahr 2013, bei der unerwartet ein frühmittlelalterlicher Fußboden freigelegt worden war.

Der evangelische Mainzer Dekan Andreas Klodt hatte zuletzt bei der Mainzer Dekanatssynode erklärt, der jetzt noch zu erwartende Wissenszuwachs durch weitere Grabungen rechtfertige die zusätzlichen Kosten nicht mehr. Seit Beginn der Arbeiten wurden für die Grabungen weit mehr als vier Millionen Euro aufgewendet, überwiegend handelte es sich um Kirchensteuermittel. Noch ist nicht entschieden, wie die seit 2013 für Besucher gesperrte Kirche künftig verwendet wird. Ein Nutzungskonzept für St. Johannis sei noch in Arbeit, sagte Ziorkewicz.         (epd)

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