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In der Integrativen Kindertagesstätte des Behindertenwerkes in Dörnigheim ist die Betreuung günstig.

Wetterau, Main-Kinzig-Kreis

Kinderbetreuung ist unterschiedlich teuer

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Städte und Gemeinden haben eigene Satzungen für Kindergärten und Horte / Staffelung teilweise nach EinkommenWas kosten Kinder auf dem Land, fragen sich Vater und Mutter Mustermann. Beide sind Vollzeit beschäftigt, daher brauchen der fünfjährige Jan und die zehnjährige Paula eine Ganztagsbetreuung. Bei der Kostenrechnung müssen sich Mustermanns mit verschiedenen Systemen auseinander setzen.

Main-Kinzig-Kreis / Wetterau · 20. Juli · Die Verwandschaft ist fern im Norden, da muss die FR-Familie die Betreuung der beiden Kinder in fremde Hände geben. Ein städtischer Kindergarten beziehungsweise Hort sollte es sein. Ganztagsbetreuung ist gewünscht, das heißt im Durchschnitt eine Verweilzeit von neun bis zehn Stunden im Kindergarten für Jan und für die schulpflichtige Paula ungefähr vier bis fünf Stunden im Hort.

Neben der Betreuungszeit ist in beiden Fällen Essensgeld einzurechnen, denn Jan und Paula sollen nicht abseits der anderen Kinder täglich an der Wurst- oder Käsestulle knabbern. Manche Einrichtungen kassieren zudem ein Milchgeld und einen Obulus für Bastelmaterialien.

Wie bei den meisten kommunalen Gebühren, pflegt jede Stadt und jede Gemeinde auch bei den Kindergarten- und Hortgebühren eine eigene Satzung, die von wirtschaftlichen und nicht zuletzt von politischen Aspekten geformt ist. Grundsätzlich gibt es zwei Gebührentypen: einkommensabhängiger Satz und fester Satz. Wer viel verdient, kann auch mehr für die Betreuung des Nachwuchses hinlegen, heißt es vor allem bei Kommunen, in denen Sozialdemokraten und Grüne die Rathauspolitik bestimmen oder bis in jüngster Zeit bestimmt hatten.

In Maintal gibt es 18 Einkommensgruppen, nach denen die Gebühren bemessen werden. Mit ihrem Einkommen von 50 000 Euro Brutto im Jahr kommt Familie Mustermann der Obergrenze nahe. Ab 60 000 Euro Verdienst vor Steuern gibt es keine Ermäßigung mehr. Mit 436,64 Euro im Monat sind deshalb Jan und Paula in Maintal am teuersten betreut. Dass nach Einkommen gestaffelte Kita-Sätze - zumindest bei dem Gesamteinkommen der Mustermanns - den Familienetat in nicht geringen Maß belastet, zeigt sich ebenfalls in Friedberg. In der Kreisstadt sind die Mustermanns mit 320 Euro dabei.

Deutlich günstiger, dafür aber möglicherweise mit dem Makel einer weniger sozialgerechten Belastung, wird der Nachwuchs in Bad Vilbel betreut. Ohne die Gehaltszettel vorzuzeigen, bezahlen die Mustermanns in der Brunnenstadt 269,50 Euro. Gleiche Gebühren für alle heißt es unter anderem auch in der benachbarten Wetteraustadt Karben und im Main-Kinzig-Kreis in den Betreuungsstätten der Stadt Gelnhausen, wo für die Betreuung von Jan und Paula 303 Euro zu bezahlen sind.

Rund 90 Euro könnte die Familie in Maintal sparen, wenn etwa Jan im Stadtteil Dörnigheim in die Integrative Kindertagesstätte des Behinderten-Werks Main-Kinzig ginge. 163 Euro im Monat einschließlich Mittagessen stehen dort auf der Preisliste. Es gibt vier Gruppen mit je 15 Kindern, von denen bis zu fünf Jungen und Mädchen behindert sind. Möglicherweise bieten kirchliche Einrichtungen oder Eltern-Vereine eine andere Preisalternative. Allerdings ist dies oftmals mit anderen Rahmenbedingungen verbunden.

Paula könnte zum Beispiel nicht in die gleiche Einrichtung wie ihr Bruder gehen. Konfessionelle Kindergärten beispielsweise bieten eine Ganztagsbetreuung an, aber keinen Hort für Schüler. Bei der evangelischen Christuskirchengemeinde in Bad Vilbel blättern die Mustermanns 145 Euro, bei einer Einrichtung unter katholischer Trägerschaft 138 Euro im Monat hin. Nach dem Einkommen wird nicht gefragt. Ohne Berücksichtigung des zweiten Kindes ließen sich so gegenüber den städtischen Einrichtungen zwischen zehn und 20 Euro im Monat sparen. Bei der Anmeldung für eine konfessionelle Kita spielt die Glaubenszugehörigkeit keine Rolle.

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