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Georg Bätzing.

Georg Bätzing und Abtreibung

"Bischof Bätzing wirbt für Abtreibung"

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Wirbt der Limburger Bischof Georg Bätzing für Abtreibungen? Im Internet werden schwere Vorwürfe erhoben. Mittlerweile gibt es auch eine Anzeige und eine Petition.

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft prüft eine Anzeige gegen den Limburger Bischof Georg Bätzing. Der Vorwurf: Bätzing werbe für den Schwangerschaftsabbruch.

Die Anzeige stammt vom Bundesvorsitzenden der christlich-konservativen Deutschen Zentrumspartei, Gerhard Woitzik. Sie bezieht sich auf eine Auflistung von Kontaktadressen auf der Internetseite des katholischen Bezirks Hochtaunus, das zum Bistum Limburg gehört. Auf der 28-seitigen Liste wurde auch auf das Angebot zur Schwangerenberatung der evangelischen Diakonie Hochtaunus hingewiesen. Zudem fand sich dort der Hinweis, dass der Beratungsschein ausgestellt werde, „der für den Schwangerschaftsabbruch notwendig ist“.

Laut Anzeige animiere diese Formulierung Schwangere dazu, sich den Schein zu besorgen. Woitzik sieht damit den Tatbestand der Werbung für den Abbruch erfüllt.

Das Bistum hat die Liste inzwischen „zur Überarbeitung“ von der Seite genommen, wie Bistumssprecher Stephan Schnelle am Freitag auf Anfrage mitteilte. Es sei bislang nicht aufgefallen, dass das Ausstellen des Beratungsscheins so explizit genannt worden sei. Dies solle nun nicht mehr so geschehen.

Petition im Internet

Die Vorwürfe gegen Bischof Bätzing seien „konstruiert“, so Schnelle; sie seien „perfide und abseitig“. Ziel der Schwangerenberatung sei der Schutz des ungeborenen Lebens. Dieser habe für den Bischof und die Diözese „höchste Priorität“.

Auch die Internetplattform katholisches.info macht Stimmung. „Bischof Bätzing macht Werbung für Abtreibung“ ist dort ein Beitrag überschrieben, der sich auf die gleiche Adressenliste bezieht wie die Anzeige Woitziks. Er sei der erste katholische Bischof, der „direkt für den Kindermord im Mutterleib öffentlich“ werbe, heißt es auf der Plattform. Wer hinter katholisches.info steht, ist unklar. Das Impressum verweist auf einen Server in Arizona.

Auf der rechtspopulistischen Seite patriotpetition.org läuft zudem eine Petition gegen die angebliche Abtreibungswerbung. Im Bistum waren laut Schnelle bis Freitagnachmittag 6314 Mails dazu eingegangen.

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