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Die Basketballfelder im Frankfurter Hafenpark sind immer gut besucht. Die vorhandene Infrastruktur wird genutzt. Rolf Oeser.
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Die Basketballfelder im Frankfurter Hafenpark sind immer gut besucht. Die vorhandene Infrastruktur wird genutzt. Rolf Oeser.

Gesundheit

Europäische Sportwoche in Frankfurt

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Die Sportvereine haben während der Pandemie viele Mitglieder verloren und hoffen auf neuen Schwung durch Schnupperkurse. Rund 165 Angebote allein in Frankfurt.

Die Europäische Woche des Sports kommt gerade recht. Zumindest für die Frankfurter Vereine, die während der Pandemie einen Mitgliederschwund zu verzeichnen hatten. Das waren nicht wenige. Nachdem in den Jahren zuvor auch aufgrund des kontinuierlichen Wachstums der Stadt ein Rekord nach dem anderen vermeldet wurde, sind während des monatelangen Lockdowns rund 10 000 Sportbegeisterte aus Frankfurter Vereinen ausgetreten. Mit dem europaweiten Aufruf zum Sporttreiben hoffen viele Vereine, neue Mitglieder zu gewinnen. Dafür präsentieren 75 Vereine und Organisationen in Frankfurt vom 23. bis zum 30. September rund 165 Angebote von Australian Football bis Zumba.

Laut hessischem Innenministerium haben während der Pandemie 450 Sportvereine in Hessen 50 oder mehr Mitglieder verloren. Um sie zu unterstützen, stellt das Land 5,3 Millionen Euro zur Verfügung. Die Unterstützung kann beantragt werden. Laut einer vorläufigen Analyse des Innenministeriums sind den Vereinen vor allem Kinder und Jugendliche abhandengekommen. Übrigens auch Vereinen wie der Triathlon-Abteilung von Eintracht Frankfurt, die während des Lockdowns online ein umfangreiches Ersatzprogramm anbot.

Doch Frankfurts neuer Sportdezernent Mike Josef (SPD) lieferte vergangene Woche bei der Präsentation der Sportwoche die Begründung dafür, warum es nicht nur um das reine Sportangebot geht: „Es geht auch um die Begegnung und um die sozialen Kompetenzen.“ Und eben jene Begegnungen und der Austausch mit Gleichaltrigen in Vereinen fehlten den Kindern und Jugendlichen während des Lockdowns, was eine Mitgliedschaft nicht mehr interessant machte.

Programm

Eine komplette Übersicht über das Programm der Europäischen Sportwoche findet sich auf einer eigenss eingerichteten Internetseite unter www.beactive-frankfurt.de
Da die Auswahl sehr groß ist, können in einer Suchemaske Schlüsselwörter, ein bestimmtes Datum oder ein Radius eingegeben werden, in dem Treffer angezeigt werden können.

Die einzelnen Angebote zeigen neben der Sportart auch an, an welche Altersgruppe sich die Mitmachaktion richtet. Über einen Button können Interessierte zudem direkt in Kontakt mit dem anbietenden Verein oder der Organisation treten.

Vereine , die selbst noch kurzfristig etwas anbieten möchten, können dies ebenfalls über die oben genannte Internetadresse tun unter dem Menüpunkt „Anbieter“. ote

Doch die Europäische Woche des Sports soll mehr leisten als Mitgliedergewinnung für Vereine. Es geht darum, möglichst viele Menschen zum Bewegen zu animieren. Die von der Europäischen Union 2015 ins Leben gerufene Initiative hat international und auch national einen bisher durchwachsenen Erfolg. Bundesweit gibt es in diesem Jahr rund 500 Angebote, rund ein Drittel davon allein in Frankfurt, das damit „die aktivste Stadt“ sei, wie Michaela Werkmann, Vizepräsidentin des bundesweit für die Sportwoche verantwortlichen Deutschen Turner-Bundes lobt.

Das Lob kommt nicht von ungefähr. Denn in Frankfurt hat sich 2017 der Sportkreis, Dachverband der 450 Frankfurter Sportvereine, der Organisation der Sportwoche angenommen. Zunächst auch nur mit mäßigem Erfolg. Nicht alle Vereine waren vom Konzept begeistert, die Resonanz in der Bevölkerung ließ zu wünschen übrig. Ausgerechnet im vergangenen Jahr, bei der abgespeckten Corona-Variante, gab es dann die ersten Erfolge. Denn da wegen Hygieneauflagen eine zentrale Veranstaltungsstätte entfiel, wurden die Schnupperkurse dort angeboten, wo die Menschen schließlich auch Sport machen sollen: in ihren Stadtteilen. Das dezentrale Konzept wird in diesem Jahr beibehalten. Lediglich der Hafenpark wird wieder als zentrale Bühne für den nicht organisierten Sport dienen.

Das Lob des aktiven Frankfurts will der Sportkreis-Vorsitzende Roland Frischkorn nur bedingt teilen. Er würde die Mainmetropole gerne zur „bewegungsfreundlichsten Stadt Europas“ machen. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. „Das grundsätzliche Problem in Frankfurt ist das Schaffen von Infrastruktur“, so Frischkorn. Alle, die für ihren Sport eine Halle oder ein Schwimmbad brauchen, werden dem zustimmen. Wenn die Infrastruktur da sei, gebe es auch immer genügend Interessenten für Sport, betont Frischkorn und führt als Beispiel den Turnverein Sindlingen an, der aus eigenem Antrieb eine Halle baute und dessen Mitgliederzahl seitdem rapide angestiegen ist.

Doch bewegen können sich die Menschen der Stadt auch außerhalb von Hallen. Sportdezernent Josef hat ohnehin eine „mediterrane Entwicklung“ ausgemacht; die Menschen seien gerne im Freien und nutzten den öffentlichen Raum, nun gelte es, die Infrastruktur im Sinne des Sports weiterzuentwickeln. Vereinsvertreter Frischkorn setzt große Hoffnungen in den Umstand, dass Josef nun in Personalunion Sport- und Planungsdezernent ist. „Eine bundesweit einmalige Konstellation“, betont Frischkorn bei jeder Gelegenheit, wohl auch, um seinen Parteikollegen ein bisschen in die Pflicht zu nehmen.

Potenzial zur Verbesserung sieht Frischkorn „in allen Lebensbereichen, auch im Wohnumfeld“. So sollten Wohnungsbaugesellschaften schon bei der Entwicklung eines Viertels daran denken, wie sie Möglichkeiten zum Bewegen im Quartier schaffen können. Als ein gelungenes Beispiel sieht Frischkorn die neu konzipierten Fitnessbänke. „Sie sollten der Prototyp einer Parkbank in Frankfurt werden“, findet der Sportkreisvorsitzende. Anfragen für das universelle Sportgerät, dessen erstes Frankfurter Exemplar seit August am Sitz des Sportkreises vor der Fabriksporthalle in Fechenheim genutzt werden kann, gibt es Frischkorn zufolge schon einige – von einer Altenwohnanlage bis zu einem Ortsbeirat. Auf dass Frankfurt sich mehr bewegt.

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