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Auf zur Documenta nach Kassel

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Von: Andreas Hartmann

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Eine Multimedia-Installation des kenianischen Nest Collective vor der Kasseler Orangerie. ina Fassbender / AFP
Eine Multimedia-Installation des kenianischen Nest Collective vor der Kasseler Orangerie. ina Fassbender / AFP © AFP

Für eine Reise in die nordhessische Großstadt gibt’s viele Gründe - jetzt lockt die Documenta wieder die Massen an. Der Eintritt ist saftig, die Anreise aber günstig.

Es gab mal Zeiten, da war der Spruch „Ab nach Kassel!“ als Beleidigung gedacht für Menschen, die man gerne loswerden wollte – rätselhaft war das eigentlich immer, zumal die nordhessische Großstadt eine hohe Lebensqualität und viele Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. Und wie das gerne ist mit nicht mehr so recht verstandenen Sprüchen, hat sich die Kasseler Stadtverwaltung die einstige Schmähung als Werbeslogan zunutze gemacht.

Kassel sollte man viel öfter besuchen, wenn man Lust auf Kultur hat. Allein schon die Museen in Schloss Wilhelmshöhe gehören auch international zu den besten Häusern, der berühmte Bergpark mit seinen Wasserspielen ist Weltkulturerbe, und die nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaute Innenstadt ist inzwischen auch schon wieder ein Zeitzeugnis für die Architektur der 1950er Jahre.

Das alles lohnt sich, wie gesagt, absolut, doch die Touristenmassen lockt Kassel mit seinen Attraktionen eher nicht an. Es sei denn, es ist mal wieder Documenta. Am Samstag, 18. Juni, beginnt die international beachtete Schau, in diesem Jahr von einem indonesischen Künstlerkollektiv kuratiert und natürlich – wie jedes Mal – umstritten.

Alle fünf Jahre wird Kassel überrannt von Kunsthungrigen aus der ganzen Welt, die sich bei dieser Riesenausstellung informieren und inspirieren, unterhalten und manchmal auch schockieren lassen wollen. Das klappt mal besser, mal weniger gut – selbst hinfahren, sich selbst ein Bild machen, das lohnt sich aber. Und so günstig war die Reise dank des Neun-Euro-Tickets für Nicht-Kasselaner vermutlich noch nie (wobei „günstig“ relativiert ist angesichts des Preises von 27 Euro für eine Documenta-Tageskarte).

Dass man dank des Neun-Euro-Tickets aber recht ungeniert zwischen den einzelnen Ausstellungsorten in ganz Kassel (32 sind es dieses Mal) mit Bus und Straßenbahn hin und her fahren kann, das ist schon mal was – könnte man aber auch mit der Documenta-Tageskarte.

Zentraler Ausstellungsort ist der Friedrichsplatz mit dem Fridericianum, dem Ottoneum und der Documenta-Halle. Gegenüber steht die katholische Elisabethkirche, die zwar in der Regel von den Documenta-Macher:innen geflissentlich ignoriert wird, aber meist auch ein eigenes (und interessantes) Ausstellungsprogramm bietet, in diesem Jahr mit der Münchner Künstlerin Birthe Blauth.

Vom Hauptbahnhof ist es nur ein Spaziergang bis dorthin. Denn das ist ein Vorteil, wenn man nicht per ICE heraneilt, sondern den Nahverkehr wählt: Die Züge enden nicht in Wilhelmshöhe, sondern mitten in der Innenstadt am Hauptbahnhof, dem „Kulturbahnhof“. Und der ist sogar ganz offiziell Teil der Documenta XV.

Direktverbindungen mit dem Neun-Euro-Ticket von Frankfurt über Friedberg, Gießen und Marburg nach Kassel, jeweils 21 Minuten nach der graden Stunde (Fahrtzeit etwa , jeweils zwei oder vier Minuten nach der ungeraden Stunde; Fahrtzeit etwa zweieinhalb Stunden. Mit Umsteigen in Fulda Fahrtzeit kanpp dreieinhalb Stunden.

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