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Etwa 16 000 Kraniche auf Zwischenstopp

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In der Wetterau gingen am Wochenende die Blicke in den Himmel, um die Kraniche, die auf dem Durchzug waren, zu beobachten. Laut Stefan Stübing von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) rasteten, bedingt durch den von Südwesten aufziehenden Regen, ab Donnerstagnachmittag etwa 16 000 Kraniche in der Wetterau - die meisten im Naturschutzgebiet Mittlere Horloffaue.

Das liegt im Dreieck zwischen Hungen, Wölfersheim und Nidda.

„Mit der Wetterbesserung am Samstag zogen etwa 11 000 Kraniche zwischen 10.45 und 13 Uhr ab. Aufgrund des mäßigen Gegenwinds flogen sie sehr niedrig, sodass das Naturschauspiel viele Bewunderer fand“, schildert er. Infolge des Gegenwindes seien die Vögel nur relativ langsam vorangekommen, gegen 15.30 Uhr hätten sie - nach einer Meldung auf der Website www.ornitho.de - erst das nördliche Saarland erreicht und mit etwa 35 km/h eine Strecke von 160 Kilometern zurückgelegt.

Vogelkundler Stefan Stübing sagt dazu: „Da sich Kraniche als Sichtflieger an Landmarken orientieren, fällt ihnen bei schlechter Sicht infolge von tief hängenden Wolken oder Regen die Orientierung schwer, sodass sie dann Rastplätze anfliegen.“ Die Mittlere Horloffaue sei das einzige fast alljährlich genutzte Kranich-Rastgebiet in Hessen. „Die 16 000 Kraniche in den vergangenen Tagen stellen nicht nur die größte Zahl jemals in der Wetterau rastender Kraniche dar, sondern sind auch für Hessen einen herausragenden Höchstwert. Bisher wurden landesweit maximal 10 000 rastende Kraniche im November 2012, ebenfalls in der Horloffaue, gezählt.“

Diese Beobachtungen, schreibt Stefan Stübing weiter, zeigen exemplarisch die immense Bedeutung der Wetterauer Naturschutzgebiete. Die würden von mehr als 100 Vogelarten als Rastplätze und „Tankstellen“ zum Auffüllen der für den Weiterflug nötigen Energiereserven genutzt. Auf dem Weg in ihre Winterquartiere in Frankreich und Spanien führt eine der Hauptrouten über die Wetterau. red

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