Kommentar

Ethisch fragwürdig

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Ist es sinnvoll, in einen Test zu investieren, dessen Ergebnis lediglich eine Momentaufnahme darstellt? Ein Kommentar.

Dem Menschen steht es frei, mit seinem Geld zu treiben, was er oder sie mag - sofern dies legal ist. Doch ist es wirklich sinnvoll, es in einen Test zu investieren, dessen Ergebnis lediglich eine Momentaufnahme darstellt? Der möglicherweise sogar kontraproduktiv ist, weil er in falscher Sicherheit wiegt? Diese Fragen sollte sich jeder stellen, bevor er sich in die Schlange zum Schnelltest am Kiosk oder am Flughafen einreiht oder dem Deutschen Roten Kreuz das Geld für den PCR-Test überweist. Es sei denn, eine Geschäftsreise oder andere triftige Gründe zwingen dazu.

Die dritte Frage ist noch viel brisanter: Könnte es sein, dass Geschäftemacher jenen die Wege zum Test erschweren, die sie wirklich benötigen? Den Pflegekräften, den Besucher:innen von Altenheimbewohner:innen, den engen Kontaktpersonen von Menschen, die sich infiziert haben?

Hypothetische Fragen. Gesicherte Antworten gibt es nicht. Fest steht: Seit Wochen stoßen die Labore immer wieder an ihre Kapazitätsgrenzen. Ärzte sind angewiesen, nur noch bei eindeutigen Covid-Symptomen zu testen. Bei normal scheinendem Husten und Schnupfen gibt es lediglich den Ratschlag, zu Hause zu bleiben und sich auszukurieren. Bis zu vier Tage können mitunter ins Land gehen, bis das Ergebnis eines Tests vorliegt. Beim DRK geht es angeblich viel flotter, am Kiosk sowieso.

Wie gesagt, jeder und jede kann sich mit seinem Geld kaufen, was er oder sie möchte. Das gilt auch für Gesundheitsdienstleistungen. Ethisch fragwürdig ist dieses florierende Geschäft mit den Tests allemal.

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