1. Startseite
  2. Rhein-Main

„Den Krankenhäusern droht eine existenzielle Krise“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Yağmur Ekim Çay

Kommentare

Geräte, die sehr viel Energie benötigen, sind in einem Krankenhaus unabdingbar. Christoph Boeckheler
Geräte, die sehr viel Energie benötigen, sind in einem Krankenhaus unabdingbar. © christoph boeckheler*

Die Hessische Krankenhausgesellschaft e.V. warnt vor Verlusten und Insolvenzen

„Den Krankenhäusern droht eine existenzielle Krise ungeahnten Ausmaßes“, schreibt die Hessische Krankenhausgesellschaft e.V. (HKG), Dachverband der Krankenhausträger, am Dienstagabend in einer Pressemitteilung und fordert die Bundesregierung auf, für eine sichere Krankenhausfinanzierung zu sorgen.

Die HKG weist darauf hin, dass den Krankenhäusern durch Inflation, steigende Energiepreise und die Corona-Pandemie massive wirtschaftliche Folgen drohten. Sie seien aufgrund gesetzlicher Vorgaben nicht in der Lage, diese Mehrkosten durch Mehrerlöse zu kompensieren. „Den Krankenhäusern sind die Hände gebunden. Es drohen Insolvenzen. Genau dann, wenn die Patientenzahlen im Herbst – wie auch jahreszeitbedingt – wieder ansteigen werden, müssen die Krankenhäuser über einen Abbau von Versorgungsangeboten nachdenken“, sagt der Geschäftsführer der HKG Steffen Gramminger. Sollte es keine finanzielle Abfederung seitens der Bundespolitik geben, müssten in dieser Situation Personal- und Sachkosten reduziert werden.

Energiepreise: „ eine Vertrauenskrise, wie sie Deutschland in der Nachkriegszeit noch nie erlebt hat“

Die HKG macht auch auf die finanzielle Situation der Krankenhäuser in Hessen aufmerksam. Fast 100 von rund 130 Krankenhäusern würden im Jahr 2023 in Hessen voraussichtlich Verluste verzeichnen. „Wir brauchen sofort einen Inflationsausgleich in Form eines Rechnungsaufschlags von vier Prozent und perspektivisch einen Ausgleich der tatsächlichen Mehrkosten“, sagt der Präsident der HKG, Christian Höftberger, „es geht hier nicht nur um Geld, sondern um eine gesellschaftliche Vertrauenskrise, wie sie Deutschland in der Nachkriegszeit noch nie erlebt hat“.

Die durch die Deutsche Krankenhausgesellschaft gestartete bundesweite Kampagne „Alarmstufe Rot – Krankenhäuser in Gefahr“ macht seit Anfang September auf die wirtschaftlichen Bedrohungen für die Krankenhäuser aufmerksam. Mit einer Onlinepetition wollen die Krankenhäuser ihre Forderungen an die Politik weitergeben. In Hessen organisierte die Gewerkschaft Verdi am Dienstag eine Streikkundgebung mit den nichtärztlichen Beschäftigten des Universitätsklinikums Gießen und Marburg vor dem hessischen Landtag für einen Kündigungsschutz sowie ein grundsätzliches Verbot von Outsourcing.

Auch interessant

Kommentare