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Erste Turnhalle wird Ende November belegt

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Wetterau - Der Wetteraukreis ist beim Unterbringen von Geflüchteten an seiner Kapazitätsgrenze angelangt. Weil die Zuweisung bis Jahresende extrem hoch bleibt, müssen wieder Sporthallen, Bürgerhäuser und auch Festplätze in den Blick genommen werden. Derzeit laufen Vorbereitungen für die Belegung der Sporthalle an der Limesschule in Altenstadt, die ab Montag für den Schul- und Vereinssport gesperrt wird.

In der 450 Quadratmeter großen Halle werden ab Ende November 80 Geflüchtete aus weltweiten Krisengebieten untergebracht. Bis dahin wird die Infrastruktur hergerichtet. Dazugehört die Ausstattung mit Betten, Spinden, Raumteilern. Außen werden Koch- und Sanitärcontainer aufgebaut. Die Bewohner werden sozialarbeiterisch betreut. Ein Bauzaun grenzt das Gebäude von der Limesschule ab, zudem wird eine Security-Firma beauftragt.

Die Belegung von Sporthallen hat die Kreisspitze gemeinsam mit den Wetterauer Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern abgesprochen. „Wir wollen Asylsuchenden eine menschenwürdige Unterbringung ermöglichen“, betont Altenstadts Bürgermeister Norbert Syguda. „Kreis und Kommunen stehen inzwischen mit dem Rücken zur Wand, sodass wir nicht umhinkommen, die Sporthalle zu nutzen.“ Der Wetteraukreis hat seine Unterbringungsmöglichkeiten in den vergangenen zwölf Monaten massiv ausgebaut. Allein 2022 wurden rund 700 zusätzliche Plätze für Geflüchtete geschaffen, 300 weitere kommen im ersten und zweiten Quartal 2023 hinzu. Weder auf dem Wohnungsmarkt noch in kreiseigenen Liegenschaften gibt es derzeit weitere Möglichkeiten, die auch kurzfristig zur Verfügung stehen.

Allein bis zum Jahresende fehlen kreisweit rund 400 Plätze. Vor diesem Hintergrund hat der Kreisausschuss bereits Mitte Oktober auch formal festgestellt, dass sich der Kreis in einer „Notsituation“ befindet. Die Belegung von Hallen und Bürgerhäusern sei immer die letzte Option und für alle Beteiligten mit Herausforderungen und Verzicht verbunden, sagt Landrat Jan Weckler. „Unsere Schülerinnen und Schüler und die vielen engagierten Sportvereine haben es aufgrund der Corona-Pandemie schon in den vergangenen Jahren schwer gehabt. Deshalb bedauere ich es sehr, dass wir in dieser angespannten Situation wieder Sporthallen für die Unterbringung von Geflüchteten nutzen müssen.“ Bislang wurden in diesem Jahr bereits über 4350 geflüchtete Menschen im Wetteraukreis aufgenommen. Nach aktuellen Prognosen werden es bis Jahresende rund 5360 sein. Im Vergleich zur „Flüchtlingskrise“ 2015 eine Verdopplung: Damals wurden insgesamt 2506 Personen aufgenommen. red/jw

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