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Vorbildlich: Die meisten Schüler laufen in die Käthe-Kollwitz-Schule und wieder nach Hause. rolf oeser

Darmstadt

Erste Haltestelle für Elterntaxis in Darmstadt

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Stadt Darmstadt startet Pilotprojekt an der Käthe-Kollwitz-Schule in der Waldkolonie. Eltern sollen künftig mit ihren Autos nicht mehr direkt bis vor das Schulgebäude fahren.

Zwei Straßen vom Eingang der Käthe-Kollwitz-Schule in der Darmstädter Waldkolonie entfernt hat die Stadt Darmstadt vor einem Kiosk eine Haltestelle für Eltern eingerichtet, die meinen, ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen oder dort wieder abholen zu müssen. „Hol- und Bringzone“ und „… ab hier zu Fuß“ ist auf den beiden Schildern am Harras-Plätzchen zu lesen.

Der kleine Platz befindet sich direkt gegenüber der Einfahrt zur Starkenburgkaserne an der Einmündung der Koblenzer Straße und der Michaelisstraße. Von hier aus sind es nur wenige Minuten, um zu Fuß zur Schule zu laufen.

Mit der Beschilderung will die Stadt nach den Worten von Bürgermeister Rafael Reißer (CDU) in einem Pilotversuch das mitunter konfliktträchtige Bringen und Abholen von Schülern mit Fahrzeugen vor den Darmstädter Grundschulen entschärfen. Auch an anderen Schulen würden derzeit die Schulwege überprüft, und es werde Ausschau nach geeigneten Standorten für solche Hol- und Bringzonen gehalten, sagte Ordnungs- und Schuldezernent Reißer.

SICHERER SCHULWEG

Rund um die Käthe-Kollwitz-Schulegilt auf der Südseite und im Kurvenbereich der Koblenzer Straße vor der Schule sowie gegenüber dem Schuleingang ein absolutes Halteverbot. Zudem hat die Stadt Sperrflächen markieren lassen, die Stellplätze vor und in der Nähe der Schule neu geordnet sowie das Gehwegparken auf die Fahrbahn verlagert. jjo

Für ihn hat jedoch Priorität, dass die Grundschüler „fit gemacht werden, um zu Fuß in die Schule zu kommen“. Die meisten der mehr als 200 Kollwitz-Grundschüler werden entweder mit dem Bus gebracht oder laufen teilweise mehr als zwei Kilometer in die Schule. Eine halbe Stunde sei er jeden Tag unterwegs, berichtet etwa der neunjährige Tiemon. Die gleichaltrige Anna läuft regelmäßig mit ihrem Klassenkameraden Kjell quer durch das Europaviertel in die Waldkolonie. Die Kinder berichten, dass es immer wieder zu gefährlichen Situationen komme, wenn etwa Mülltonnen auf den Gehwegen stünden oder ihnen Busse, Lastwagen der Müllabfuhr oder Autos gefährlich nahe kämen. Kjell erzählt, dass vor etwa einem Jahr ein Klassenkamerad von einem Auto angefahren und dabei verletzt worden sei.

Wie vor vielen anderen Grundschulen kommt es morgens auch in der Waldkolonie mitunter zu chaotischen Szenen. Neben den Schulbussen, die vor dem Eingang zum Schulhof halten, drängeln sich die Eltern von Schülern mit ihren Wagen in das Viertel, um direkt zur Schule vorzufahren und ihre Kinder auf offener Straße aus dem Auto zu lassen.

Vor der Schule und an der Koblenzer Straße hat die Stadt nun Halteverbotszonen deutlich markiert und Poller montieren lassen, weil dort Fahrzeuge immer wieder über den Gehweg gefahren sind und Kinder gefährdet wurden. Mit der neuen Haltestelle für die „Elterntaxis“ soll erreicht werden, dass weniger Autos direkt vor das Schulgebäude fahren.

Obwohl die Schule nach den Worten von Schulleiterin Martina Steinmetz in Gesprächen, mit Elternbriefen, auf einer Schulversammlung sowie mit verschiedenen Aktionen auf die neue Möglichkeit hingewiesen hat, ignorierten die Eltern das Angebot am Montag sowohl zu Schulbeginn als auch nach Schulende. Stattdessen wurde die Fläche vor dem Kiosk – ungeachtet des Parkverbotsschilds – von Dauerparkern genutzt. Katalin Saary, die in Darmstadt beteiligt wird, wenn es um Fragen der Verkehrsplanung oder um das Erarbeiten von Mobilitätslösungen geht, sagte, erfahrungsgemäß dauere es einige Monate, bis ein solches Angebot auch angenommen werde.

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