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Die Goethe-Uni ist einer der drei Standorte der RMU.

Bildung

Erste Bilanz der Rhein-Main-Universitäten

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Die länderübergreifende Allianz der Frankfurter, Darmstädter und Mainzer Hochschulen wächst und gedeiht. Vier kooperative Studiengänge gibt es, aber es ist noch Luft nach oben.

Es müssen sogar noch ein paar zusätzliche Stühle geholt werden; ein Herr freut sich besonders über die „hübschen“ Post-its, auf denen „Rhein-Main-Universitäten“ steht. 250 Anmeldungen gab es am Freitag, dem ersten „Tag der Rhein-Main-Universitäten“ (RMU) auf dem Campus Westend der Frankfurter Goethe-Universität. Es ist ein Tag des Austausches und der Bestandsaufnahme: Was wurde schon erreicht? Was bringt die Zukunft?

Vor vier Jahren ging die länderübergreifende Allianz der Frankfurter Goethe-Universität, der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und der Technischen Universität Darmstadt (TU) an den Start. „Die Allianz lebt und gedeiht“, sagt Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Uni. Die hessische Wissenschafts- und Kunstministerin Angela Dorn sowie Konrad Wolf, Staatsminister des Landes Rheinland-Pfalz, loben diese länderübergreifende Allianz sehr. „Das ist bundesweit einzigartig“, sagt Dorn.

Das Studienangebot der drei Universitäten umfasst mehr als 630 Studiengänge in 39 Fachbereichen und zwei Universitätskliniken. Mit ihren über 100 000 Studierenden und 1460 Professuren wollen sie eng in Forschung, Studium und Lehre zusammenarbeiten. „Es ist aber keine Fusion, sondern eine Kooperation“, betont Wolff. Und Hans Jürgen Prömel, Präsident der TU Darmstadt, sagt: „Wir begegnen uns auf Augenhöhe.“ Georg Krausch, Präsident der JGU, wünscht sich eine nachhaltige materielle Unterstützung. Noch gibt es nämlich wenige gemeinsame Studiengänge.

Ab kommendem Jahr solle es zumindest möglich sein, so Wolff, bei einigen Lehrveranstaltungen, die man an den anderen Unis besucht, Leistungspunkte zu sammeln. Und in diesem Wintersemester beginnt einer von vier kooperativen Studiengängen: der Masterstudiengang Kinder-und Jugendliteratur/Buchwissenschaft, wofür 20 Plätze eingerichtet wurden. Die Mainzer Uni bietet dabei auch die Lehrdruckerei an, die Frankfurter Uni punktet mit ihrem Comicarchiv, sagt Ute Dettmar, Professorin und Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Jugendbuchforschung der Goethe-Uni.

Der Vorteil bei den kooperativen Studiengängen sei, dass es ausreiche, an einer der drei Unis den Semesterbeitrag zu bezahlen und eben Leistungspunkte zu bekommen. Bei allen anderen Studiengängen müsse noch eine Regelung gefunden werden, so Wolff. Es sei beispielsweise noch nicht möglich, an einer anderen Uni Mathematik zu studieren, dafür Leistungspunkte zu bekommen und nur einmal Semestergebühren zu zahlen. Ganz anders ist das beim kooperativen Studiengang Medizintechnik. Dieser wird vom Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der TU Darmstadt in Kooperation mit dem Fachbereich Medizin der Goethe-Universität Frankfurt gemeinsam getragen. Module werden also sowohl an der TU Darmstadt als auch an der Goethe-Universität gelehrt.

In einem Videoeinspieler lobt eine Studentin der Medizintechnik den Praxisbezug dank der Lehre auch an der Uniklinik. Bei der Forschung gibt es beispielsweise in der Afrikaforschung schon starken Austausch. Im Jahr 2021 soll der gemeinsame Bachelor-Studiengang Afrikanistik der drei Unis an den Start gehen.

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