Wohnungsmarkt

Erneut weniger Sozialwohnungen

In Hessen fallen mehr Sozialwohnungen weg, als gebaut werden. Im hessenweiten Vergleich ist der Schwund   in Frankfurt   am größten

Die Zahl der Sozialwohnungen in Hessen ist im vergangenen Jahr 2018 erneut gesunken. Das geht aus einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Landtag hervor. Demnach gab es Ende des vergangenen Jahres gut 80 300 Sozialwohnungen im Land, rund 5170 weniger als noch ein Jahr zuvor. „Hessen gelingt es nicht, den fatalen bundesweiten Trend sinkender Bestände an Sozialwohnungen aufzubrechen“, kritisierte der wohnungsbaupolitische Sprecher der Linken, Jan Schalauske, am Dienstag in Wiesbaden.

Bei Sozialwohnungen sind die Mieten staatlich reguliert. Nur Menschen, bei denen die Behörden einen besonderen Bedarf sehen, dürfen dort wohnen. Allerdings fallen Wohnungen nach einer bestimmten Zeit aus dieser staatlich regulierten Bindung und können normal am Markt vermietet werden. Sofern nicht im gleichen Umfang neue Sozialwohnungen gebaut werden, sinkt somit deren Gesamtzahl.

Schwarz-Grün in Hessen hat im Koalitionsvertrag vereinbart, die Fördersumme für den sozialen Wohnungsbau aufzustocken – von 1,7 Milliarden Euro auf 2,2 Milliarden Euro für die Jahre 2019 bis 2024. Das reiche für 20 000 Wohnungen für mehr als 60 000 Menschen, erklärte das Ministerium. Insgesamt seien 2017 in Hessen mehr als 690 und 2018 gut 890 Sozialwohnungen gebaut worden. Dies bedeute ein Plus von 29 Prozent binnen einem Jahr.

Schwund in Frankfurt sehr groß

„Es ist davon auszugehen, dass diese Zahlen in den kommenden Jahren weiter zunehmen werden“, hieß es aus dem Wirtschaftsministerium weiter. In den vergangenen Jahren seien jeweils rund 2000 Wohnungen bei der Landesregierung zur Förderung angemeldet worden. Diese würden nun in den nächsten Jahren fertiggestellt.

Im hessenweiten Vergleich war der Schwund an Sozialwohnungen 2018 in Frankfurt mit einem Minus von knapp 1400 mit Abstand am größten, gefolgt von Wiesbaden mit 470 Wohnungen weniger als noch ein Jahr zuvor. Im Kreis Offenbach bezifferte sich das Minus auf 356 Sozialwohnungen. Einen Zuwachs von 24 Wohnungen verzeichnete dagegen der Kreis Groß-Gerau.

Obwohl nach wie vor Menschen in mehr als 50 000 Haushalten auf eine Sozialwohnung warteten, verfehle die Landesregierung bei weitem ihren Anspruch, den Abwärtstrend im sozialen Wohnungsbau zu stoppen, erklärte Linken-Sprecher Schalauske. „Die Linke fordert seit Jahren Sonderprogramme des Landes mit dem Ziel, jährlich 10 000 Sozialwohnungen und 2000 Studierendenwohnungen zu schaffen. Dies ist zwingend notwendig, um die Lage am hessischen Wohnungsmarkt zu verbessern.“ (dpa)

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