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Erneut Streik im Amazon-Verteilzentrum in Bad Hersfeld

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Von: Gregor Haschnik

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Verdi fordert mehr Lohn für die Beschäftigten. Das Unternehmen aber weist Kritik zurück

Beschäftigte im Amazon-Verteilzentrum Bad Hersfeld sind erneut einem Aufruf der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi gefolgt und haben gestreikt. Damit solle vor einem „Lohnfindungsprozess“ Druck gemacht werden, teilte Verdi am Freitag mit. Der Streik begann am späten Donnerstagabend und soll am Samstag enden.

Verdi fordert für den Standort Bad Hersfeld seit Jahren die deutlich bessere Bezahlung nach den Tarifverträgen des Einzel- und Versandhandels Hessen oder einen Haustarif. Doch der US-Konzern hat ein eigenes Vergütungssystem. Bei Betriebsversammlungen gab die Geschäftsführung kürzlich bekannt, dass der Lohnfindungsprozess bis Ende dieses Monats stattfinde.

„Bei den Versammlungen wurde mehrfach zur Sprache gebracht, dass die steigenden Kosten viele Beschäftigte stark belasten“, erklärt Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke. Ein Kollege habe zu Recht gesagt: „Wenn Amazon für die Prime-Kunden die Mitgliedschaft um 28 Prozent teurer macht und dies mit steigenden Kosten begründet, dann haben wir diese steigenden Kosten auch und wollen einen Ausgleich.“ Sie befürchteten, mit Krümeln abgespeist zu werden.

Die Amazon-Mitarbeitenden in Bad Hersfeld und sechs anderen Verteilzentren hatten bereits im Juli die Arbeit niedergelegt. Der Konzern wird seit vielen Jahren wegen seiner Arbeitsbedingungen kritisiert.

Auf FR-Anfrage weist die Firma Kritik zurück. Amazon sei es wichtig, „attraktive Jobs mit guten Perspektiven“ zu bieten. Die Beschäftigten in der Logistik verdienten ab 12 Euro brutto aufwärts pro Stunde plus Extras. Für Herbst sei eine Erhöhung auf mindestens 12,50 Euro brutto angekündigt worden. Nach einem und zwei Jahren Betriebszugehörigkeit erhöhe sich der Lohn.

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