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Erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien: Biomasse macht in Frankfurt und Umgebung den Strom

  • Peter Hanack
    vonPeter Hanack
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Der Ausbau der erneuerbaren Energien im Rhein-Main-Gebiet geht voran. Doch die Windkraft-Pläne für Südhessen sorgen für Kritik.

Windkraft liefert mit mehr als 50 Prozent des Stromertrags den weitaus größten Anteil an erneuerbarer Energie in Hessen. Anders im Ballungsraum Rhein-Main. Dort liegt die Biomasse vorn. Derweil kritisiert der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) den Ausbau der Windenergie in Südhessen als zu langsam.

Im dicht besiedelten, von Autobahnen und Flugrouten zerschnittenen Rhein-Main-Gebiet ist für Windräder nur wenig Platz. Das wird deutlich an der Energiebilanz, die der Regionalverband Frankfurt-Rhein-Main am Donnerstag vorgelegt hat.

Demnach wird der größte Teil des Stroms aus erneuerbarer Energie in der Region in den Biomasse-Kraftwerken erzeugt. Sie liefern gut 38 Prozent. Darauf folgt die Fotovoltaik, also der Solarstrom. Er kommt auf einen Anteil von knapp 30 Prozent. Selbst die Wasserkraft liegt mit 14 Prozent noch vor der Windkraft, die lediglich auf 12 Prozent kommt. Klär- und Deponiegase liefern die restlichen sechs Prozent Strom.

Steckbriefe

Wie viel Energie in einer Stadt oder Gemeinde verbraucht wird, kann man in den Energie-Steckbriefen nachlesen, die der Regionalverband Frankfurt-Rhein-Main für seine 75 Mitgliedskommunen veröffentlicht.

In Frankfurt sind es knapp 24 400 Gigawattstunden, also je Einwohner rund 32 600 Kilowattstunden (Stand 2017). Darin enthalten sind Wärmeerzeugung, Strom und Mobilität. Nachlesen kann man auch, wie viel Energie in einer Kommune erzeugt wird.

Die Steckbriefe gibt es unter www.klimaenergie-frm.de 

Die Zahlen stammen aus dem Klimaenergieportal des Verbands. Das Internetangebot ist unter klimaenergie-frm.de zu erreichen. Dort sind umfangreiche statistische Angaben ebenso zu finden wie gute Beispiele erneuerbarer Energieerzeugung in den Mitgliedskommunen des Regionalverbands. „Das Portal ist eine Plattform für die Energiewende in der Region“, sagte der Erste Beigeordnete des Verbands, Rouven Kötter (SPD).

Demnach stieg die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Verbandsgebiet von 2010 bis 2017 um rund 45 Prozent. Besonders die Fotovoltaik legte zu, und zwar um 140 Prozent von 107 auf 258 Gigawattstunden. Die Erzeugung aus Wind hat sich im gleichen Zeitraum verdoppelt. Sie stieg von 42 auf etwas mehr als 100 Gigawattstunden.

Zu wenig Platz für Rotoren

Kritik am Windkraftausbau in Südhessen hat der Bund vorgebracht. Zwar begrüße man, dass nun auch im Regierungsbezirk Darmstadt (wie berichtet) mit der Genehmigung durch das Wirtschaftsministerium festgelegt sei, wo neue Windräder gebaut werden dürften und wo nicht, sagte die stellvertretende BUND-Landesvorsitzende Gabriela Terhorst. Allerdings sei der Anteil dieser Vorrangflächen mit 1,4 Prozent zu gering. In Mittelhessen sind es 2, in Nordhessen 2,2 Prozent.

Außerdem habe es in Südhessen zu lange gedauert, bis das Planverfahren abgeschlossen worden sei, sagte Terhorst. Mittel- und Nordhessen besitzen seit 2017 rechtskräftige Pläne für den Windkraftausbau. In Hessen sollen insgesamt zwei Prozent der Landesfläche für erneuerbare Energien reserviert werden.

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