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Polizei im Einsatz. (Symbolbild)

Justiz

Ermittlungen gegen Neonazis in Stockhausen dauern an

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Die Staatsanwaltschaft Wetzlar wartet noch auf ein Gutachten zu Schusswaffen, die bei einer Razzia beschlagnahmt worden waren.

Vier Monate nach der polizeilichen Durchsuchung eines bekannten Neonazi-Treffs im mittelhessischen Leun-Stockhausen dauern die Ermittlungen weiter an. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Wetzlar der Frankfurter Rundschau sagte, müssten insbesondere noch die Schusswaffen begutachtet werden, die vor Ort beschlagnahmt worden waren. Die Erstellung der Gutachten werde noch mehrere Wochen in Anspruch nehmen, sagte der Sprecher.

Ende November hatten Spezialkräfte der hessischen Polizei ein Anwesen im Ortskern von Stockhausen durchsucht, das als „Bistro Hollywood“ bekannt ist und in der rechten Szene auch „Teutonicus“ genannt wird. Dabei waren mehrere Gewehre, eine scharfe, geladene Pistole sowie verbotene Messer, Wurfsterne und ein Bajonett sichergestellt worden. Außerdem waren die Ermittler auf eine Übungsgranate und einen provisorischen Schießstand gestoßen.

Die Beamten hatten zudem verschiedene Devotionalien mit Bezug zum Nationalsozialismus beschlagnahmt, etwa Armbinden mit Hakenkreuzen, Porträts von Adolf Hitler und mit SS-Runen verzierte Dolche.

Insgesamt richten sich die Ermittlungen gegen fünf Beschuldigte. Drei von ihnen, die 17, 30 und 50 Jahre alt sind, wohnen in dem genannten Anwesen und werden von den Ermittlern der rechten Szene zugerechnet. Der 50-Jährige ist als Lokalpolitiker für die rechtsextreme NPD aktiv. Die beiden übrigen Männer sind 18 Jahre alt und leben in Ehringshausen und Solms. Ermittelt wird wegen des Verdachts auf gefährliche Körperverletzung, räuberische Erpressung und Verstoß gegen das Waffengesetz.

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