Ein deutscher und ein türkischer Pass.
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Ein deutscher und ein türkischer Pass.

Regierungspräsidium

Erfolgreiche Einbürgerungen 

Das Interesse ausländischer Staatsangehöriger am Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft in Südhessen ist im vergangenen Jahr gestiegen.

Beim zuständigen Regierungspräsidium Darmstadt seien rund 1500 Einbürgerungsanträge mehr als im Jahr 2018 eingegangen, erklärte die Behörde am Donnerstag. Insgesamt gab es 13 300 Neuanträge. Dabei spiele weiterhin der Austritt Großbritanniens aus der EU eine Rolle, nun flache die Nachfrage offenbar langsam ab.

Die Briten stellten 1104 Anträge - das sei eine erneute Steigerung im Vergleich zu den 870 Anträgen im Jahr 2017 und 722 in 2018. „Damit bildeten britische Staatsangehörige schon zum dritten Mal in Folge die zweitgrößte Gruppe der Antragstellenden - lediglich von Türkinnen und Türken werden nach wie vor mehr Anträge (1373) gestellt“, erklärte das Regierungspräsidium. Bei den abgeschlossenen Einbürgerungen lagen Personen mit britischem Pass mit 1153 Fällen sogar vor Menschen mit türkischer Herkunft (1140). Mit Blick auf Daten aus dem ersten Halbjahr 2020 sei der Brexit-Boom nun offenbar vorbei, hieß es. Bisher lägen nur 142 neue Anträge von Briten vor.

Großbritannien hatte Ende Januar die Staatengemeinschaft verlassen. Die künftigen Beziehungen müssen noch geregelt werden. Briten, die vor dem Jahresende 2020 einen Antrag auf Einbürgerung stellen, dürfen EU-Bürger werden und ihre bisherige Staatsangehörigkeit in der Regel behalten. Das Regierungspräsidium Darmstadt gilt nach eigenen Angaben als Deutschlands größte Einbürgerungsbehörde, weil es auch für das Rhein-Main-Gebiet zuständig ist. (dpa)

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