Eppstein

Eppstein will Bauvorschriften lockern

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Jahrzehnte alte Bebauungspläne sollen in Eppstein den heutigen Anforderungen angepasst werden. Als nächstes ist der Stadtteil Niederjosbach dran. Auch die Bürger können dabei mitreden.

Wie groß darf das Haus sein, das auf einem Grundstück gebaut wird? Sind ein, zwei oder gar drei Wohneinheiten zulässig? Und wie viele Stellplätze muss es geben? Diese Fragen regelt für gewöhnlich der Bebauungsplan für ein Wohngebiet. In Eppstein und seinen Stadtteilen stammen die meisten Pläne allerdings aus den 1960er und 1970er Jahren und orientieren sich demzufolge nicht unbedingt an den aktuellen Anforderungen.

Die Stadt hat deshalb bereits vor einiger Zeit damit begonnen, Bebauungspläne zu überarbeiten und Bauvorschriften zu lockern. Im Fokus stehe dabei die Nachverdichtung, erläutert Bürgermeister Alexander Simon (CDU). „Innenentwicklung geht erst mal vor Außenentwicklung.“ Im Stadtteil Vockenhausen, für den im vergangenen Jahr ein neuer Bebauungsplan in Kraft gesetzt wurde, können auf diese Weise sieben neue Häuser entstehen.

Nun ist der Stadtteil Niederjosbach an der Reihe. Das Areal, um das es geht, liegt zwischen Kreuzheck und Hollergewann und ist 23,6 Hektar groß. Nur für eine 157 000 Quadratmeter große Teilfläche existiert ein Bebauungsplan aus dem Jahr 1976; bebaut ist allerdings fast das gesamte Gebiet. Aufgabe sei es nun, in einem Bebauungsplan nicht nur den Status quo der Wohnbebauung festzusetzen, sondern auch eine verträgliche Nachverdichtung zu ermöglichen, sagt Simon.

Mit dem Entwurf des Bebauungsplans für einen Großteil von Niederjosbach werden sich nicht nur die Eppsteiner Kommunalpolitiker beschäftigen. Auch die Bürger können mitreden, mehrere Beteiligungsrunden sind geplant.

Nachdem die Zahl der Einwohner in Eppstein mehrere Jahre lang rückläufig war, ist sie 2019 wieder angestiegen. Nach Angaben aus dem Rathaus leben aktuell 13 800 Menschen in der Burgstadt, bevölkerungsreichster Stadtteil ist Bremthal mit 4500 Einwohnern.

Das Neubaugebiet in den Amtmannswiesen in Eppstein, das Areal Bienroth zwischen Eppstein und Vockenhausen sowie das vor einigen Jahren komplett neu erschlossene Wohngebiet Hollergewann in Niederjosbach haben für den Zuzug vor allem junger Familien gesorgt.

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