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Ein Foto aus vergangenen Tagen: Schauspieler Dieter Laser und Lou Zöllkau agieren während der Medienprobe des Schauspiels "Der Prozess" bei den 69. Bad Hersfelder Festspielen auf der Bühne.

Kultur

Entscheidung über Festspiele am Dienstag

Beobachter rechnen aufgrund der derzeit auf lange Sicht unkalkulierbaren Entwicklungen in der Corona-Krise mit einer Absage der Festspiele.

Eine Entscheidung zu der sich abzeichnenden Absage der diesjährigen Bad Hersfelder Festspiele wegen der Corona-Krise will die Stadt am Dienstag (14. April) bekanntgegeben. Dann soll das Ergebnis der Beratungen und der Abstimmung des Haupt- und Finanzausschusses veröffentlicht werden, wie ein Sprecher der Stadt am Donnerstagabend sagte. Das kommunale Gremium hatte sich am Donnerstag nicht wie gewohnt zu einer Sitzung treffen können, sondern konnte sich wegen der Pandemie nur telefonisch zusammenschalten.

Was die Telefonkonferenz ergab, wurde am Abend noch nicht bekanntgegeben. Denn nach der Hessischen Gemeindeordnung können in Telefonschalten zwar Beratungen durchgeführt werden, Abstimmungen oder Entscheidungen sind jedoch nicht erlaubt. Sie müssen im Umlaufverfahren von den Ausschuss-Mitgliedern nach der Sitzung getroffen und der Verwaltung schriftlich mitgeteilt werden.

Beobachter rechnen aufgrund der derzeit auf lange Sicht unkalkulierbaren Entwicklungen in der Corona-Krise und der damit verbundenen Kontakt- und Versammlungsbeschränkungen mit einer Absage der Festspiele - ausgerechnet der 70. Jubiläumssaison.

Im vergangenen Jahr waren knapp 100 000 Menschen zu den Aufführungen der bundesweit bedeutenden Bad Hersfelder Festspiele gekommen. In diesem Jahr ist zum Auftakt am 26. Juni die Uraufführung der Inszenierung „Der Club der toten Dichter“ von Intendant Joern Hinkel angesetzt. Als weitere Uraufführung für die Jubiläumssaison ist das Musical „Goethe“ (Regie: Gil Mehmert) geplant. Die Festspiele sollen nach bisheriger Planung bis zum 23. August dauern.

Andere Kulturveranstaltungen im Frühjahr und Sommer sind wegen der Corona-Krise bereits abgesagt worden, so etwa die Internationalen Maifestspiele in Wiesbaden. Die Hoffnung dort ist aber, nach Ende der strengen Kontaktbeschränkungen womöglich ein „Maifestspiel-Special 2020“ anbieten zu können. „Wir stehen zu jedem Zeitpunkt bereit, unser Haus wieder zu eröffnen“, hatte der Intendant des hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Uwe Eric Laufenberg, gesagt.

Auch die Brüder Grimm Festspiele fallen in dieser Saison wegen der Corona-Pandemie aus. Sie sollten vom 15. Mai bis 26. Juli in Hanau stattfinden. Zur Eröffnung der 36. Saison war das Musical „Das tapfere Schneiderlein“ auf der Bühne im Amphitheater von Schloss Philippsruhe vorgesehen gewesen. (dpa)

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