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Energiespartipps aus der Klinik -auch für Zuhause

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Von: Annette Schlegl

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Monitor abschalten, spart Strom, diesen hier aber vielleicht lieber anlassen. Christoph Boeckheler
Monitor abschalten, spart Strom, diesen hier aber vielleicht lieber anlassen. Christoph Boeckheler © christoph boeckheler*

Darmstädter Hospital hat eine Energiesparfibel aufgelegt. Vorschläge sind nicht nur am Arbeitsplatz umsetzbar

Angesichts der zu erwartenden Gaskrise hat das Klinikum Darmstadt seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aufgerufen, Energie einzusparen. Die Abteilung Arbeitssicherheit hat dazu eine Energiesparfibel mit Tipps für den Arbeitsplatz und für zu Hause aufgelegt. Die FR stellt hier auszugsweise einige Vorschläge vor.

Computer: Verbrauchsmessungen an verschiedenen Geräten im Klinikum ergaben, dass bei der Arbeit am Computer rund 40 Prozent des Stroms durch den Monitor verbraucht werden. Deshalb sollen die Beschäftigten in kürzeren Arbeitspausen den Monitor ausschalten. Außerdem sollen sie die Helligkeit des Monitors an Ihre individuellen Bedürfnisse anpassen, weil die voreingestellten Helligkeitswerte oft sehr hoch und energieintensiv sind.

Kühlschrank: Die Beschäftigten sollen das Gefrierfach regelmäßig abtauen, weil eine fünf Millimeter dicke Eisschicht den Stromverbrauch um 30 Prozent steigert. Im Klinikum Darmstadt sind rund 350 Kühlschränke mit Gefrierfach oder Gefrierschränke im Einsatz. Eine Eisschicht von fünf Millimetern in diesen Geräten führt zu Stromkosten, die jährlich um rund 3000 Euro höher liegen.

Getränke: Die Tafelwasserzapfanlagen sollen genutzt werden. Das spart nicht nur Lagerplatz, sondern auch Lastwagen-Transporte bei der Lieferung und Abholung. Im Klinikum Darmstadt sind derzeit 56 Tafelwasserzapfanlagen installiert, an denen pro Jahr etwa 600 000 Liter Wasser gezapft werden, was ungefähr 71 500 Wasserkästen entspricht. Durch die Nutzung der Zapfanlagen können etwa 400 Lastwagen-Transporte vermieden werden.

Wasser: Pro Bett werden im Klinikum Darmstadt jährlich 110 Kubikmeter Wasser verbraucht, was rund 300 Litern pro Bett und Tag entspricht. Das ist zwei- bis dreimal mehr als der durchschnittliche tägliche Verbrauch einer Privatperson in Deutschland. Die Klinikbeschäftigten sollen deshalb beim Einseifen den Wasserhahn zudrehen und tropfende Wasserhähne melden. Und sie werden gebeten, wenn möglich Kaltwasser statt Warmwasser zum Händewaschen zu verwenden.

Aufzug: Die Treppe benutzen, lautet die Devise. Vor allem Abwärtsfahrten mit dem Fahrstuhl verbrauchen mehr Energie, da bei den Seilaufzügen im Klinikum das Gegengewicht angehoben werden muss. Allein der Fahrstuhl im Verwaltungsgebäude verbraucht, so ist in der Energiesparfibel zu lesen, jährlich rund 2300 Kilowattstunden Energie. Das sei mehr als der durchschnittliche Jahresstromverbrauch eines Ein-Personen-Haushalts. Würde nur eine von zehn Fahrstuhlfahrten vermieden, verringerten sich die CO2-Emissionen um etwa 120 Kilogramm jährlich – was dem CO2-Ausstoß eines Autos auf rund 1300 Kilometern entspricht.

Elektrogeräte: Um Leerlaufverluste durch die Stand-by-Funktion zu vermeiden, sollten am besten schaltbare Steckdosenleisten genutzt werden. Mobiltelefone sollten nur so lange am Netz bleiben, bis sie aufgeladen sind, sonst verbrauchen sie unnötig viel Strom. Ausgediente Geräte von zu Hause sollten nicht im Klinikum weiterverwendet werden. Veraltete Elektronik sei wesentlich energieintensiver. Ein Haushalt verbraucht laut Energiefibel jährlich rund 500 Kilowattstunden Strom durch Leerlaufverluste. Damit könnte man stattdessen rund 7700 Hemden bügeln, 2250 Kilogramm Wäsche waschen oder 1500 Minuten warm duschen.

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