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Wohin mit dem Atommüll?

Politik

Endlager in Hessen „unwahrscheinlich“

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Der Hessische Landtag debattiert über den Umgang mit Atommüll. Auch in Hessen kommen Gebiete für die Lagerung in Frage. Politiker äußern scharfe Kritik an Markus Söder.

Für ein Atommüllendlager könnten Teile Hessens infrage kommen. Aber die CDU hält es nicht für wahrscheinlich, dass sie sich geologisch als besonders geeignet erweisen. Das hat die CDU-Abgeordnete Lena Arnoldt im Hessischen Landtag klargemacht.

Es sei „nicht ausgeschlossen, aber unwahrscheinlich“, dass als bester Standort in der Bundesrepublik eine hessische Region ausgewählt werde, sagte Arnoldt in einer Debatte am Donnerstag. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hatte am Montag eine Deutschlandkarte vorgestellt, aus der hervorgeht, wo die Experten günstige geologische Voraussetzungen für ein Atommüllendlager sehen.

Fünf der 90 möglichen Gebiete liegen zumindest teilweise in Hessen, wie Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) feststellte. Anders als die CDU-Abgeordnete Arnoldt äußerte sie keine Vermutung darüber, wie wahrscheinlich eine Lagerung dort sei. Die Hessische Landesregierung stehe zu dem Verfahren, nach wissenschaftlichen Kriterien „den Standort mit dem besten dauerhaften Schutz für Mensch und Umwelt“ in Deutschland zu finden. Nach der Bekanntgabe der denkbaren Lagergebiete hatte es Protest von Politikern aus solchen Regionen auch in Hessen gegeben.

Scharfe Kritik äußerte Grüen-Fraktionschef Mathias Wagner am Verhalten des Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), der infrage stellt, dass das Endlager in seinem Bundesland gebaut werden könnte. Der Vertreter einer Partei, die Atomkraft gefördert habe, dürfe sich „nicht vom Acker machen, wenn es mal schwierig wird“, urteilte Wagner.

Politiker der schwarz-grünen Koalition verteidigten die Rücknahme aufbereiteter Brennelemente, die ins Zwischenlager nach Biblis gebracht werden sollen. Atomkraftgegner erwarten, dass der geplante Castor-Transport Anfang November in Deutschland eintrifft.

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