Ein Plakat mit der Aufschrift „System change not Climate change“ befestigen Aktivisten vor dem Landtag in Wiesbaden.
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Ein Plakat mit der Aufschrift „System change not Climate change“ befestigen Aktivisten vor dem Landtag in Wiesbaden.

Verkehr

Empörung über geplante Waldrodung

Gegner des Ausbaus der Autobahn 49 protestieren vor Ort und in Wiesbaden. Der Minister äußert Verständnis.

Gegner des Ausbaus der Autobahn 49 in Mittelhessen haben ihre Forderung bekräftigt, auf die geplante Rodung eines Waldstücks für die Trasse zu verzichten. Eine Politik, die sich auf Klimaschutz und Verkehrswende berufe, dürfe keine Wälder fällen lassen, teilte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Freitag mit. Die Bundesregierung müsse umdenken und die Infrastrukturplanung an Klima- und Umweltschutz ausrichten.

Der Landesvorsitzende des BUND Hessen, Jörg Nitsch, sagte: „Planungsdinosaurier wie die A49 müssen auf den Prüfstand, in Hessen und bundesweit. Wer heute noch meint, Wälder für Straßen roden zu müssen, hat den Ernst der Lage nicht erkannt.“

Der Protest gegen die Ausbaupläne wurde am Freitag auch in Hessens Landeshauptstadt Wiesbaden getragen: Klima- und Umweltschützer begannen eine 24-stündige Mahnwache gegen die geplante Rodung eines Teils des Dannenröder Forsts bei Homberg (Ohm). Anfang des Monats hatten sich verschiedene Initiativen zu einem Bündnis zusammengeschlossen und vielfältige Proteste angekündigt, um die Rodung zu verhindern und für eine Verkehrswende einzutreten.

Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) äußerte in einem Interview mit dem „Gießener Anzeiger“ die Sorge, dass die Proteste eskalieren könnten und appellierte, der Protest müsse friedlich bleiben.

Er verstehe jeden, der sage, wie könne es sein, dass jetzt durch den Dannenröder Forst eine Autobahn gezogen werde. „Aber wenn erste, zweite und dritte Gewalt der Bundesrepublik Deutschland das jeweils so beschlossen haben, dann wird es auch umgesetzt.“

Die A49 soll Kassel und Gießen miteinander verbinden. Der umstrittene geplante Teilabschnitt führt von Stadtallendorf zum Ohmtal-Dreieck und knüpft dort an die A5 an. Vorgesehen ist, dass dafür etwa 27 Hektar Wald gefällt werden. Die Rodungen könnten ab Oktober beginnen. (dpa)

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