Ein Schild und Kerzen am Tatort Heumarkt.
+
Ein Schild und Kerzen am Tatort Heumarkt.

Rechtsextremismus

Empörung über AfD-Mann Rahn in Hessen

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
    schließen

Der Frankfurter AfD-Politiker Rainer Rahn bringt die Morde in Hanau mit Störungen durch Shisha-Bars in Verbindung. Politiker zeigen sich entsetzt.

Nach den rechtsterroristischen Morden in einer Shishabar in Hanau hat der AfD-Landtagsabgeordnete Rainer Rahn mit Äußerungen über solche Bars für Empörung gesorgt. Rahn war in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ mit den Worten zitiert worden: „Shishabars sind Orte, die vielen missfallen, mir übrigens auch. Wenn jemand permanent von so einer Einrichtung gestört wird, könnte das irgendwie auch zu einer solchen Tat beitragen.“

Die hessische Linken-Fraktionsvorsitzende Janine Wissler nannte die Äußerung auf Twitter „widerwärtig“. Grünen-Fraktionsvize Marcus Bocklet bezeichnete sie als „unerträglich“. Bocklet sagte der FR: „So eine Äußerung signalisiert Verständnis dafür, gegen Besucher vorzugehen. Das ist geistiges Brandstiftertum.“ Die Worte belegten, dass AfD-Politiker „geistige Wegbereiter von solchen Taten“ seien.

Ähnlich äußerte sich der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Günter Rudolph. Er bezeichnete solche Äußerungen als „Nährboden“ für Gewalt und fügte hinzu: „Das zeigt, dass die AfD schon ihren Teil der Verantwortung trägt für solche Terroranschläge.“

Nach der Tat in Hanau am Mittwochabend hatte sich die AfD gegen derartige Zusammenhänge verwahrt. Vertreter der „Altparteien“ versuchten, die „abscheuliche und grauenvolle Tat in Hanau“ zu instrumentalisieren, beklagte AfD-Landeschef Klaus Herrmann. Das sei „eine unverzeihliche Entgleisung“. Der Täter von Hanau, Tobias R., sei „ganz offensichtlich psychisch schwer krank“ gewesen.

Rahn ist Fraktionsvorsitzender der AfD im Frankfurter Stadtparlament und war Spitzenkandidat der AfD für die hessische Landtagswahl. Sowohl im Römer als auch im Landtag ist er mit Anfragen hervorgetreten, die Belästigungen und Gesundheitsgefahren durch Shishabars thematisieren. Er beklagte auch, dass der Betrieb in Wohngebieten die Nachtruhe der Bewohner störe. Auch in der „FAZ“ sagte er nun, Shishabars hätten „ein erhebliches Störpotenzial“. Die Morde seien aber „kein monokausales Geschehen“. „Wenn mich eine Shishabar stört, gehe ich nicht mit der Knarre in der Hand dahin und schieße um mich.“ In Hanau habe ein psychisch Gestörter gemordet. Da könne der Ärger über eine Shishabar „einer der Faktoren sein, und irgendwann läuft das Fass über“.

Von Pitt von Bebenburg

Erneut Aufregung um die AfD in Hessens Landtag: Die Fraktion hat Dossiers über Mitglieder erstellt, denen sie unterstellt, gegen das Interesse der Partei zu handeln. Einer der Betroffenen: Ausgerechnet Rainer Rahn. Er geriet aber nicht wegen seiner Hanau-Aussagen in den Fokus

Kommentare