Langen

Eltern demonstrieren

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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Mit Trommeln und Plakaten wollen Eltern in Langen am Donnerstag für mehr Kita-Plätze protestieren. In der Stadt ist die Lage prekär.

Hunderte Kitaplätze zu wenig in Langen: Untragbar, finden viele Eltern – und gehen deshalb am Donnerstag auf die Barrikaden. Vor Beginn der Stadtverordnetenversammlung wollen sie mit einer Demonstration auf ihre prekäre Situation hinweisen. Jede fünfte Familie stehe ohne Betreuungsplatz für den Sohn oder die Tochter da, erklärt die im Juli gegründete Initiative „Kitalos“, die die Demo vor der TV-Halle am Jahnplatz organisiert.

Für die Parlamentarier wird der Weg in die Sitzung, in der unter anderem der Haushaltsplan 2021 eingebracht wird, zum Spießrutenlauf. „Kitalos“ hat beim Ordnungsamt rund 100 Teilnehmer angemeldet. „Wir werden mit Trommeln, Plakaten und Bannern da sein“, kündigt Stephanie Pinke, eine der Gründerinnen, an. Sie wollten sich sichtbar machen und Zusammenarbeit signalisieren, „aber keine Revolution anzetteln“.

Eltern werden außerdem Fotos ihrer Kinder zur Verfügung stellen, die vor dem Versammlungsraum der Parlamentarier aufgehängt und nach der Sitzung wieder entfernt werden. Damit geben sie ihrer Forderung nach mehr Betreuungsplätzen ein Gesicht. „Wir wollen, dass im Etat 2021 möglichst viel Geld in die Betreuung einfließt“, sagt Pinke. Die Mutter in Elternzeit, die die Initiative „Kitalos“ mit zwei befreundeten Familien aus der Taufe hob, hat beim Fachdienst Zahlen erfragt. Stand August haben demnach 198 Kinder keinen Krippenplatz. Für 270 Kinder fehlt ein Kindergartenplatz, für 50 Kinder ein Hortplatz.

Ende Juli ließen die Initiatoren Flugblätter drucken, die sie auf Spielplätzen und vor Eisdielen aufhängten. „Wir mussten sie aber wieder abhängen, weil so etwas in Langen nicht erlaubt ist“, sagt Pinke. Daraufhin verlagerte die Initiative ihre Aktivitäten in die sozialen Medien. „Aber wenn man etwas bewegen möchte, muss man schon zeigen, dass man da ist.“

In der Stadt gebe es viele Zuzüge und viele kinderfreundlichen Familien. „Deshalb wollen wir etwas unternehmen, damit alle Familien und Kinder ihren Platz hier finden können.“ Die Initiative wolle sich aber weder für noch gegen die geplante Erhöhung der Betreuungsgebühren positionieren, die die Parlamentarier diskutieren werden. „Wenn sie mehrheitlich dafür stimmen, müssen wir darauf vertrauen, dass das ein Weg sein kann.“

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