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Elf 40-Tonner mit Spenden

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Die Helferinnen bekamen vom Kreis Kapuzenpullis mit den Farben der Ukraine. ahi
Die Helferinnen bekamen vom Kreis Kapuzenpullis mit den Farben der Ukraine. ahi © Anke Hillebrecht

Sammelstelle mit Material für die Ukraine im Gluckensteinweg

HOCHTAUNUS - Es ist kalt - in der Ukraine noch viel mehr als in Bad Homburg, wo gestern erste Schneeflocken herunterrieselten. Unbeirrt standen trotzdem bereits eineinhalb Stunden vor Öffnung des neuen Spendenzentrums im Gluckensteinweg zwei Dutzend Menschen vor der Tür, um sich mit Kleidung oder Küchensachen zu versorgen. Sie sind diejenigen, die es in den Taunus geschafft haben. Mehr als 3000 Menschen habe der Kreis aufgenommen, erzählt Kreisbeigeordnete Katrin Hechler (SPD).

In den Räumen des ehemaligen Gemeindehauses, das zuletzt als Corona-Schwerpunktpraxis genutzt wurde, werden aber nicht nur gespendete Dinge an ukrainische Flüchtlinge herausgegeben, sondern auch Versorgungsgüter für die Ukraine sortiert und gesammelt. Demnächst starte wieder ein Lastwagen nach Dnipro - jene Großstadt im Osten der Ukraine, in der kürzlich eine Rakete niederging.

Tetyana Fischer stammt von dort. „Wir sind alle noch immer schockiert; der Schmerz sitzt tief“, sagt sie. Nun steht sie dem Verein „Gemeinsam für die Ukraine“ vor, der die Hilfstransporte koordiniert und das Spendenzentrum unterstützt.

„Dnipro ist der Haupt-Knotenpunkt für die Ost-Ukraine, und dort werden auch die Kriegsverletzten medizinisch versorgt“, erläutert Fischer, deren Schwester dort lebt. „Wir wissen von jedem Karton, jeder gespendeten Brille, wo sie hinkommen.“

Die Hilfe im Taunus begann rasch nach Ausbruch des Krieges; schon Anfang März 2022 fuhr der erste Hilfs-Konvoi in Richtung Lwiw. Seither wurden elf 40-Tonner mit Gütern aus Bad Homburg in die Ukraine transportiert - „insgesamt 212 Tonnen“, sagt Fischer. In den ersten Kriegswochen wurde auch das Spendenzentrum gegründet, das zuvor Kleiderkammer hieß. Es war bis vor Weihnachten im Keller des Impfzentrums in Ober-Eschbach, doch weil der Kreis das Impfzentrum geschlossen hatte, musste der Verein auch neue Räume für die Hilfsgüter finden, die nach wie vor dringend gebraucht werden. Die Hochtaunus-Kliniken betreiben das Spendenzentrum - doch ohne die Hilfe Ehrenamtlicher ginge es nicht, sagt Klinik-Chefin Dr. Julia Hefty, und auch nicht ohne den Hilfsverein.

Auch abgelaufene Arznei hilft

Fast alles außer Sommerschuhen wird entgegengenommen: Kleidung, Hausrat, Medikamente, Spielsachen, Schlafsäcke, Iso-matten, Powerbanks, Hygieneartikel etwa. Der Verein nimmt auch Spenden entgegen. Das Spendenkonto hat die IBAN DE50 5004 0000 0332 8531 00. Als Verwendungszweck „Spende von . . .“ angeben.

Eine ehrenamtliche Helferin betont, wie wichtig gerade Arzneimittel-Spenden seien. Sie können abgegeben werden, auch wenn die Packung bereits offen ist, sogar, wenn die Medikamente abgelaufen sind. Auch medizinische Geräte wie etwa ein ausrangierter Zahnarztstuhl fänden Verwendung. Das Spendenzentrum im Gluckensteinweg 101, hat dienstags von 10 bis 13 Uhr, donnerstags von 15 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Zu diesen Zeiten werden auch Spenden angenommen. Die Helfer bitten darum, keine Sachen einfach vor die Tür zu stellen. Ehrenamtliche Helfer werden noch gesucht. Sie melden sich am besten per Mail an spendenzentrum@hochtaunus-kliniken.de oder kommen vorbei.

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