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Eklat vor der Premiere

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Der Schauspieler Christian Nickel (im Vordergrund), hier in der Rolle des Luther, übernimmt jetzt den Part des "Wutbürgers".
Der Schauspieler Christian Nickel (im Vordergrund), hier in der Rolle des Luther, übernimmt jetzt den Part des "Wutbürgers". © Uwe Zucchi (dpa)

Regisseur Dieter Wedel und der Burgschauspieler Paulus Manker überwerfen sich kurz vor dem Auftakt der Bad Hersfelder Festspiele. Wedel will sich nicht zu den Hintergründen des Streits äußern.

Nach dem Rauswurf von Schauspieler Paulus Manker bei den Bad Hersfelder Festspielen will sich Intendant und Regisseur Dieter Wedel nicht näher zu den Hintergründen äußern. Er habe sich genötigt gesehen, sich „von einem Schauspieler zu verabschieden“, sagte Wedel am Donnerstagabend vor einer Medienprobe in Bad Hersfeld. „Aus Gründen, die ich im Moment hier nicht erörtern möchte.“ Dieser Stellungnahme sei nichts hinzuzufügen, sagte eine Sprecherin der Festspiele am Freitag.

Wedel und der Schauspieler Paulus Manker haben sich überworfen. Der Burgschauspieler sollte eine von vier Luther-Figuren in dem Stück „Martin Luther - Der Anschlag“ spielen, das bei der Eröffnung am heutigen Freitagabend, 21 Uhr, seine Uraufführung feiert. Christian Nickel übernimmt nun den für Manker vorgesehenen Part des „Wutbürgers“, er spielt bereits die Rolle des „Reformators“.

Bei der Probenkritik am Mittwoch war es zu einem „irreparablen Zerwürfnis mit dem Intendanten“ gekommen, wie die Festspielleitung berichtet hatte. „Nachdem Herr Manker sich zunächst hartnäckig geweigert hatte, Regieanweisungen Folge zu leisten, hat er dann die Probe verlassen, was wir als Arbeitsverweigerung ansehen müssen.“ Diese Aktion sei der „Höhepunkt seines inakzeptabel beleidigenden, unberechenbaren und provokanten Verhaltens während der Probenzeit“ gewesen.

Manker bestätigte in einer Stellungnahme, dass es tatsächlich zu einer „heftigen, lautstarken Auseinandersetzung“ gekommen sei, bei der das „gesamte Ensemble und alle Mitarbeiter der Produktion Zeuge“ gewesen seien. Doch Wedel wiederum habe „in völlig indiskutabler, aggressiver und beleidigender Manier die letzte Szene des Stückes kritisiert“, in der Manker mitwirkte. Er befand: „Müßig zu sagen, dass die Kritik an einer einzelnen Szene (..) niemals zu einer öffentlichen Anklage vor dem gesamten Team oder gar einer fristlosen Kündigung“ führen könne. Manker kündigte an: „Es wird von meinem Anwalt Klage gegen die Festspiele eingereicht.“

Manker gilt als renommierter Schauspieler mit besonderen Fähigkeiten. Der 59 Jahre alte Wiener arbeitete bereits mit Peter Zadek und weiteren namhaften Regisseuren zusammen. Einen Namen machte er sich 1994 im Film „Schlafes Bruder“ von Joseph Vilsmaier. Mittlerweile arbeitet Manker auch als Regisseur und Autor. Für Wedel war es die erste Zusammenarbeit mit dem Österreicher. (dpa)

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