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Noch ist die Umgebung in der Lincoln-Siedlung trist, doch das Heinersyndikat möchte das noch dieses Jahr ändern.

Darmstadt

Einzug zum Jahresende geplant

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Das Heinersyndikat möchte bis März den Block 4423 für gemeinschaftliches Wohnen in der Lincoln-Siedlung kaufen. Der Verein plant nur einen Umbau.

Nach fast zehn Jahren Leerstand soll Wohnblock 4423 in der Lincoln-Siedlung Menschen wieder ein Zuhause bieten. „Wir hoffen, dass wir noch Ende des Jahres einziehen können“, sagt Peter Waterstraat vom Verein Heinersyndikat.

Ein gemeinschaftliches Wohnprojekt soll entstehen für rund 50 Personen - Erwachsene wie Kinder. Im Gegensatz zu den anderen geplanten Wohnprojekten in der Lincoln-Siedlung möchte das Heinersyndikat den Wohnblock aber nicht abreißen, sondern nur im Inneren umgestalten. „Wir wollen zeigen, dass es nutzbare Häuser sind“, sagt Waterstraat. Im Februar oder März möchte das Heinersyndikat den Block von der BVD New Living, einem Tochterunternehmen des Bauvereins Darmstadt, kaufen und dann rasch umbauen, um noch in diesem Jahr den Einzug feiern zu können.

Der Verein hat gerade im vergangenen Jahr viel getan, um dieses ehrgeizige Ziel verwirklichen zu können. Anfang 2017 wurde eine GmbH gegründet, um den dreigeschossigen Wohnblock kaufen und finanzieren zu können, im November wurde der Bauantrag gestellt und das Jahr über um Direktkredite geworben.

„Wir möchten eine Million an Direktkrediten ansammeln, damit wir den angestrebten Mietpreis halten können“, sagt Waterstraat. Zwischen sieben und acht Euro pro Quadratmeter Kaltmiete seien geplant. Vergangene Woche konnte der Verein sich über ein wichtiges Etappenziel freuen: 800 000 Euro an Direktkrediten sind erreicht. „Die letzten 200 000 Euro schaffen wir auch noch“, gibt man sich beim Heinersyndikat zuversichtlich.

„Wir haben in einem halben Jahr 600 000 Euro gesammelt, da werden wir auch den Rest zusammenbekommen“, sagt Waterstraat. Auch sonst gebe es erfreuliche Nachrichten: Hatte der Verein 2016 noch die Befürchtung, dass große Teile des Parkettfußbodens und der Einbauschränke in den Wohnungen mit Formaldehyd belastet seien, so haben Proben ergeben, dass die Belastung weit geringer als angenommen sei.

„Beim Fußboden ist etwa nur an drei kleinen Stellen etwas zu tun, das freut uns doch sehr“, sagt Waterstraat. Bei den Einbauschränken werde nun geprüft, ob diese durch eine Lackversiegelung erhalten bleiben können. Der Grundriss der meiste Wohnungen soll erhalten bleiben, nur im Erdgeschoss sind größere Umbauten geplant: Dort sollen Wände eingerissen werden, um Multifunktions- und Gemeinschaftsräume zu schaffen.

Das Dachgeschoss soll bis auf weiteres nicht angetastet werden. „Dort wäre zwar viel Platz, aber auch viel zu tun“, sagt Waterstraat, „das ist ein Projekt für später.“

Die Nachfrage nach gemeinschaftlichem Wohnen sei laut Verein hoch, zwischenzeitlich gab es sogar einen Aufnahmestopp. Für den Wohnblock haben Interessierte dennoch gute Chancen, einen Platz zu bekommen, da erst rund 35 der 50 Plätze vergeben seien. „Hauptsächlich in den Wohngemeinschaften sind noch Plätze frei“, sagt er, das Heinersyndikat lädt deshalb Ende des Monats zur Besichtigung des Wohnblocks ein.

Auch für mögliche Direktkreditgeber ist die Besichtigung angesetzt. Über 100 Direktkreditgeber unterstützen den Hauskauf. „Von 500 Euro an aufwärts ist alles möglich“, sagt Waterstraat. Das Heinersyndikat bietet eine frei wählbare Verzinsung an. „Aber wir erleben auch immer wieder, dass uns Leute sagen, sie wollen keine Verzinsung, sondern das Projekt aus Prinzip unterstützen“, sagt er.

Nächste Besichtigung des Wohnblocks ist am Freitag, 26. Januar, von 15 bis 16.30 Uhr. Treffpunkt ist der Wohnblock 4423, Einsteinstraße 14. Weitere Informationen zum Wohnprojekt und den Direktkrediten unter www.heinersyndikat.de

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