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Einzelhandel: Innenstadt inszenieren

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Die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage auf maximal vier zu begrenzen, ist gut und richtig. Die Kommunen brauchen aber eine unkomplizierte Regelung.

Man muss nicht gläubig sein und nicht religiös, um den Sonntag als freien Tag zu schätzen. Wer Familie hat oder Freunde, mit denen er mit einiger Verlässlichkeit an einem Tag in der Woche etwas unternehmen möchte, wird den Sonntag nicht missen wollen. Und sei es, um einfach gar nichts tun zu müssen. Der Sonntag gibt der Woche einen Rhythmus. Deshalb ist es gut, dass es Menschen gibt, die ihn gegen unmäßige Übergriffe seitens der Wirtschaft verteidigen – mit der Betonung auf unmäßig.

Die Innenstädte kämpfen seit Jahren gegen die Verödung. Sie stehen dabei nicht auf verlorenem Posten, haben sie doch mehr zu bieten als die Befriedigung des Kaufbedürfnisses. Viele Kommunen haben erkannt, dass sie mit ihren Pfunden wuchern können, indem sie die Stadt als Veranstaltungsort inszenieren, mit Straßentheater, Musikbühnen, Modenschauen und mehr. Damit sind sie gegenüber den allzeit erreichbaren Online-Verkaufsportalen klar im Vorteil.

Gerade die Sonntage aber sind es, an denen sich das Einkaufen zum Erlebnis machen lässt. Deshalb ist es gut und richtig, den Kommunen eine unkomplizierte und sichere Regelung an die Hand zu geben, wie sie verkaufsoffene Sonntage veranstalten können. Deren Zahl auf maximal vier zu begrenzen, ist ebenfalls gut und richtig. Und warum nicht um 12 Uhr im Zelt auf dem Marktplatz Gottesdienst feiern, bevor um 13 Uhr der Kommerz beginnt?

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