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In normalen Jahren bedeutet die Adventszeit für den Einzelhandel, hier auf der Frankfurter Zeil, ein gutes Geschäft.
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In normalen Jahren bedeutet die Adventszeit für den Einzelhandel, hier auf der Frankfurter Zeil, ein gutes Geschäft.

Wirtschaft

Einzelhandel in Hessen befürchtet wegen Coronavirus Einbruch im Weihnachtsgeschäft

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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Die Corona-Pandemie wird dem Einzelhand das Weihnachtsgeschäft kräftig vermiesen. Auch in Hessen fürchten Händler:innen zum Jahresendspurt um ihre Existenz.

  • Das Coronavirus senkt die Shopping-Lust in Hessens Innenstädten.
  • Davon profitieren die Online-Händler.
  • Händler vieler Branchen sind teils von der Insolvenz betroffen.

Das sonst so lukrative Weihnachtsgeschäft droht für viele hessische Einzelhändler:innen in diesem Jahr zum Rohrkrepierer zu werden. Vor allem die Branchen Bekleidung, Parfüm und Spielwaren erhoffen sich kaum Impulse für die letzten Wochen des Jahres. Dagegen können Onlinehändler frohlocken. Die unterschiedliche Umsatzentwicklung zwischen dem stationären Einzelhandel in den Innenstädten sowie dem Onlinehandel werde sich weiter fortsetzen, teilte der Handelsverband Hessen am Montag mit.

Corona-Krise in Hessen: Lockdown schlägt sich im Umsatz nieder

Das Weihnachtsgeschäft ist für viele Einzelhändler die umsatzstärkste Zeit des Jahres, in der eine bis dahin schlechte Saison oft noch gerettet werden kann. Doch in diesem Jahr fällt das Adventsgeschäft in den zweiten Corona-Lockdown. Zwar war die Frankfurter Innenstadt am vergangenen Wochenende gut besucht. Doch greifen am Dienstag die verschärften Corona-Bestimmungen im Einzelhandel. In Geschäften mit mehr als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche darf sich dann nur noch eine Person auf 20 Quadratmetern aufhalten. „Da wird es auf alle Fälle ein Einlaufmanagement geben müssen“, sagte Sven Rohde, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Hessen. Er fürchtet, dass „Anstehen nicht zum Shoppingerlebnis führt“.

Einzelhandel

Der Handelsverband Hessen geht für die letzten beiden Monate des Jahres von einem Umsatzplus von 1,2 Prozent auf knapp 8,8 Milliarden Euro im Vergleich zum November und Dezember 2019 aus. Allerdings entfalle das Gros des Wachstums auf den Online-Handel

Die Weihnachtsumsätze im Online-Handel sollen bundesweit um 19 Prozent auf gut 17 Milliarden Euro zulegen. Dazu passt, dass laut des Konsumbarometers des Handelsverbands Deutschland 44 Prozent der Verbraucher:innen angaben, ihre Weihnachtseinkäufe verstärkt online erledigen zu wollen.

Der stationäre Handel gehört zu den Verlierern. Zwei Drittel der Händler:innen gehen davon aus, dass ihr Weihnachtsgeschäft schlechter läuft als im Vorjahr. Besonders düster sieht es im berich Schuhe und Ledewaren aus. Hier gehen 97 Prozent von einem schlechteren Weihnachtsgeschäft aus. Im Bereich Bekleidung sind es 89, bei Kosmetik 88 Prozent.

Die Folge könnten lange Schlangen sein, die viele Kunden aber vermeiden wollen. Besonders betroffen davon sind die besten Geschäftslagen in den Innenstädten, die aufgrund hoher Mieten vielerorts auf eine hohe Kundenfrequenz angewiesen sind. Eine Erhebung für die Frankfurter Goethestraße zeigt: Waren dort im vergangenen Jahr bis zu 10 000 Kund:innen täglich unterwegs, sind es seit der Corona-Pandemie nicht mal mehr 5000.

Kaufverhalten in Zeiten von Corona: Prioritäten setzen beim Schlange stehen

Die Käufer:innen überlegen dabei genau, wofür sie Schlange stehen. „Das ist eine Frage der Bedürfnisse“, so Sven Rohde vom Handelsverband. Während Branchen wie Möbel-, Bau- und Lebensmittelmärkte noch verhältnismäßig unbeschadet oder sogar mit Gewinnen abschneiden, sind andere Branchen im stationären Handel die großen Verlierer. Am meisten betroffen ist der Bereich Schuhe und Lederwaren, wo die Kunden dieser Tage am ehesten auf eine Neuanschaffung verzichten.

Jochen Ruths, Präsident des Handelsverbands Hessen, fürchtet, dass viele Händler:innen die Corona-Pandemie nicht überstehen werden. Besonders düster sieht es im Bereich Bekleidung aus. Schon im Sommer hatten etwa auf der Frankfurter Zeil renommierte Marken wie Esprit oder Zara angekündigt, ihre großen Ladengeschäfte zu schließen. Wie viele stationäre Einzelhändler:innen der Pandemie letztlich zum Opfer fallen werden, vermochte der Handelsverband noch nicht einzuschätzen. In einer Händlerbefragung des Handelsverbands Deutschland bezeichnete allerdings ein Drittel der befragten Händler:innen die Wahrscheinlichkeit für eine Geschäftsaufgabe als hoch oder sehr hoch. (Oliver Teutsch).

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