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Eintracht Frankfurt sieht Fan-Rückkehr als „Signal für die nähere Zukunft“

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Von: Timur Tinç

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Die Eintracht durfte zuletzt nur vor 1000 Fans spielen. Zum kommenden Heimspiel dürfen wieder 10 000 Menschen in den Stadtwald kommen.
Die Eintracht durfte zuletzt nur vor 1000 Fans spielen. Zum kommenden Heimspiel dürfen wieder 10 000 Menschen in den Stadtwald kommen. © dpa

Der hessischer Profisport begrüßt die Beschluss zu mehr Zuschauerinnen und Zuschauern in Stadien und Hallen. Die Hallensportarten sind trotzdem weiter auf staatliche Corona-Hilfen angewiesen.

Die begrenzte Rückkehr von mehr Zuschauerinnen und Zuschauern zu Sport- und Kulturveranstaltungen in Hessen soll spätestens Anfang nächster Woche gelten. Das teilte Michael Bußer, Staatssekretär und Regierungssprecher mit. Die Chefinnen und Chefs der Staats- und Senatskanzleien hatten am Mittwoch beschlossen, dass bei überregionalen Großveranstaltungen im Freien bei einer maximalen Auslastung von 50 Prozent bis zu 10 000 Menschen dabei sein dürfen. In Innenräumen soll die zulässige Auslastung bei maximal 30 Prozent der jeweiligen Höchstkapazität, jedoch nicht mehr als 4000 Zuschauenden liegen. Für die Besucher:innen gilt grundsätzlich die 2G-plus-Regel.

Bei den hessischen Profisportvereinen wird die Entscheidung der Politik begrüßt. „Wir halten es für richtig und wichtig, dass wieder Zuschauer zu Großveranstaltungen auf Basis von Auslastungsquoten zugelassen werden“, sagt Philipp Reschke, Justiziar von Fußballbundesligist Eintracht Frankfurt. „Die Deckelung von 10 000 kann dabei nur ein Durchgangsstadium sein. 50 Prozent Auslastung sind insofern schon ein Signal für die nähere Zukunft.“

„Die Begrenzung auf 1000 Zuschauer war für niemanden nachvollziehbarer oder akzeptabel.“

Vor einer Woche hatte die Interessengemeinschaft „Teamsport Hessen“ noch eine maximale Stadien- und Hallenauslastung von 25 Prozent gefordert. Aufgrund der immer noch hohen Inzidenz in Hessen und dem Anstieg der Hospitalisierungsrate auf 6,17 könne man mit der Deckelung auf 10 000 Fans zufrieden sein, so Reschke. „Die Begrenzung auf 1000 Zuschauer war für niemanden nachvollziehbarer oder akzeptabel.“

In geschlossene Räume durften maximal 250 Zuschauende hinein. „Es ist eine lebensgerechte Entscheidung der Politik, die den Sport nicht schlechter stellt als andere Branchen“, kommentierte Björn Seipp, der Geschäftsführer von Handballbundesligist HSG Wetzlar gegenüber Radio FFH.

Darmstadt 98 muss sich gegen den Hamburger SV mit 1000 Fans begnügen

Fußballzweitligist Darmstadt 98 bedauert, dass die neuen Regeln nicht schon für das Spitzenspiel an diesem Sonntag gegen den Hamburger SV greifen. „Leider besitzen deswegen die Dauerkarten weiterhin keine Gültigkeit und berechtigen am Sonntag nicht zum Stadionzutritt“, teilte der Tabellenführer mit. Die Lilien müssen sich mit 1000 Fans am Böllenfalltor begnügen.

Eishockeyzweitligist Löwen Frankfurt wird an diesem Wochenende zum Derby gegen Kassel gar keine Fans in der Eissporthalle empfangen. Ab kommender Woche will der Klub wieder zur reduzierten Kapazität von 1880 Zuschauer:innen zurückkehren. Basketballbundesligist Frankfurt Skyliners wird zumindest 250 Fans Eintritt für die Partie am Sonntag gegen Ludwigsburg gewähren.

Frankfurt Skyliners erwarten bald wieder 1250 bis 1500 Menschen in der Ballsporthalle

Ob für das Spiel am Mittwoch gegen Oldenburg wieder mehr Fans in die Halle dürfen, ist noch ungewiss, da nicht klar ist, ab wann die angepasste Corona-Schutzverordnung tatsächlich gilt. „Je länger wir nicht wissen, wie es final ist, werden wir den Ticketverkauf nicht starten können“, sagt Yannick Binas, Geschäftsführer der Skyliners. Er erwartet, dass bald wieder zwischen 1250 und 1500 Zuschauerinnen und Zuschauer in die Ballsporthalle kommen dürfen.

Das sind jedoch immer noch zu wenige, um einen Gewinn zu erwirtschaften. Bei den Hallensportarten machen die Ticketeinnahmen rund 30 Prozent des Gesamtetats aus. Deshalb sind sie auf Corona-Hilfen des Staates angewiesen. „Es soll ein Programm für Januar bis März geben. Die Unterlagen und Richtlinien sind aber noch nicht raus“, berichtet Binas. „Wir würden natürlich weniger brauchen, wenn wir mehr Zuschauer rein lassen dürften.“

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