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Rika Esser (links) übernimmt das Amt der Behindertenbeauftragten von Maren Müller-Erichsen.

Inklusion

Der Einsatz für Behinderte in Hessen wird hauptamtlich

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Rika Esser ist Hessens neue Landesbeauftragte. Die Anliegen von Menschen mit Behinderungen sollen ihre Arbeit bestimmen. Da sie kleinwüchsig ist, kennt sie viele Probleme aus eigener Erfahrung.

Zum ersten Mal gibt es in Hessen eine hauptamtliche Beauftragte für Menschen mit Behinderungen. Rika Esser, bisher Ministerialbeamtin in Rheinland-Pfalz, hat das Amt offiziell am Montag angetreten. Der Umgang mit Behinderung ist ihr aus persönlicher Erfahrung vertraut: Esser ist kleinwüchsig.

„Mein Ziel ist es, die Inklusion weiter voranzubringen“, sagte die 48-Jährige bei ihrer Amtseinführung in Wiesbaden. „Die Anliegen der Menschen mit Behinderungen werden für mich dabei eine zentrale Rolle spielen“, kündigte sie an. Das Thema Behinderung sei ein Menschenrechtsthema, alle Politik- und Lebensbereiche seien davon berührt. Ihre Aufgabe werde vor allem darin bestehen, die Landesregierung zu beraten. Dazu gehört auch die Verwirklichung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen, für die in Hessen das Sozialministerium federführend zuständig ist.

Zudem sollen die Kommunen dabei unterstützt werden, entsprechende Satzungen zu erstellen. Auch soll Esser regelmäßig darüber berichten, wie sich die Situation der Menschen mit Behinderungen entwickelt und wie sie sich an politischen Prozessen beteiligen können. Die Beauftragte wird zunächst bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode im Jahr 2024 bestellt.

„Mit Rika Esser hat Hessen eine kompetente Ansprechpartnerin, die viel Erfahrung für die anstehenden Aufgaben mitbringt“, sagte Anne Janz (Grüne), Staatssekretärin im Sozialministerium. Esser sei eine engagierte Kämpferin für ein selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen. Es sei ein wichtiger Schritt, so Janz weiter, dass das Amt künftig hauptamtlich geführt werden könne.

Vorgängerin von Esser ist Maren Müller-Erichsen, die die Aufgabe ehrenamtlich wahrgenommen hat. Sie setzt sich seit fast 50 Jahren für ein Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen ein. Seit 2012 war sie hessische Landesbeauftragte. Müller-Erichsen habe viel bewegt, so Janz, und sei immer eine „wichtige Verbündete auf dem Weg zum gemeinsamen selbstbestimmten Leben“ gewesen.

Esser hat in Mainz Publizistik studiert und arbeitete seit 2013 im Familienministerium in Mainz, wo sie als Referatsleiterin für Bundes- und Europaangelegenheiten zuständig war. Zuvor war sie im Bereich Anwaltschaftliche Arbeit bei der Christoffel-Blindenmission tätig.

Christiane Böhm, behinderten- und inklusionspolitische Sprecherin der Linken-Fraktion im Landtag, sagte, die neue Landesbeauftragte müsse ein weites Feld bestellen. So gebe es viel Kritik am hessischen Behindertengleichstellungsgesetz.

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