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Eine völlig neue Brücke in Darmstadt

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Von: Annette Schlegl

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So soll die neue Rheinstraßenbrücke in Darmstadt aussehen.
So soll die neue Rheinstraßenbrücke in Darmstadt aussehen. © Knights Architects

Die Stadt Darmstadt hat die Planungen für die Rheinstraßenbrücke vorgestellt, die quasi Einfallstor in die Stadt ist und bis Anfang 2027 erneuert wird.

Das größte Bauprojekt der vergangenen Jahrzehnte in Darmstadt wirft seine Schatten voraus: Am Donnerstag informierte das Mobilitätsamt über den Zeitplan und die Arbeiten für den Neubau der Rheinstraßenbrücke, der Schlüsselstelle für die Einfahrt in die und die Ausfahrt aus der Stadt auf die Autobahn. Der Abriss des Bestandbauwerks erfolgt Ende 2023/Anfang 2024; vorher sind Vorarbeiten nötig. Bis Anfang 2027 wird es zu Umleitungen, Provisorien und Behinderungen kommen.

Mehr als 100 Jahre hat die rund 270 Meter lange Rheinstraßenbrücke schon auf dem Buckel. Von 1910 bis 1912 ist sie errichtet worden, nun muss sie unbedingt erneuert werden. Auf einer Schadensskala, die bis 4 geht – das bedeutet Schließung der Brücke –, sei die Marke 3,9 erreicht, sagte Mobilitätsdezernent Michael Kolmer (Grüne). Die Verkehrsbelastung ist enorm: Rund 50 000 Fahrzeuge rollen täglich über das Bauwerk, 250 Straßenbahnen queren es pro Tag. Etwa 250 Züge täglich fahren auf den darunterliegenden Gleisen zum Hauptbahnhof.

Die neue Brücke wird viel breiter sein als die bestehende: 43,5 Meter statt bisher 26,5 Meter. Fußgänger:innen und Radfahrer:innen erhalten beidseitig mehr Platz, die Straßenbahn fährt künftig – anders als heute – auf einer eigenen Trasse in der Fahrbahnmitte, „und zwar mit weniger Verschwenkungen“, so Katharina Metzker, die Leiterin des Mobilitätsamtes. Auch die Buslinien werden zum Teil über diesen erhöhten Tram-Gleiskörper geführt. Für den Kraftfahrzeugverkehr sind stadtauswärts drei Fahrspuren geplant, stadteinwärts wird es zwei Fahrstreifen geben. Auch eine Stauwarnanlage ist vorgesehen, die einen Rückstau auf die Autobahn verhindern soll.

Die Vorarbeiten für den Einbahnstraßenring als Umleitung sind gestartet und laufen bis März 2023. Dann kommt stadteinwärts der Ring. Stadtauswärts ist die Einbahnstraßenregelung erst Ende 2023 geplant.

Zuerst wird das nördliche Brückenteil abgebrochen und hergestellt, dann folgt das Teilbauwerk Süd. Die Straßenbahn fährt nach wie vor über das Bauwerk, nur bei der Umlegung der Gleise ist ein Schienenersatzverkehr notwendig. Fußgänger:innen und Radfahrer:innen nutzen in der Bauzeit einen gemeinsamen Weg auf einer Behelfsbrücke, die im Frühjahr 2023 gebaut wird und auch die erforderlichen Leitungen trägt.

Insgesamt 60 Millionen Euro sind an Kosten geplant. „Wir können aber sicher sein, dass es teurer wird“, sagte Kolmer mit Blick auf die steigenden Preise. Mindestens 22 Millionen Euro werde das Land zuschießen, auch Heag und Deutsche Bahn übernehmen Anteile.

Der Querschnitt zeigt, wie die Verkehrsströme künftig auf der Brücke laufen.
Der Querschnitt zeigt, wie die Verkehrsströme künftig auf der Brücke laufen. © Knights Architects

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