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Pfarrer Karsten Böhm mit Spendensteinen für den Neubau in der 50 Jahre alten Kirche der Andreasgemeinde.
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Pfarrer Karsten Böhm mit Spendensteinen für den Neubau in der 50 Jahre alten Kirche der Andreasgemeinde.

Religion

Eine neue Kirche für die Andreasgemeinde in Eschborn

  • Andrea Rost
    vonAndrea Rost
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Studierende aus Frankfurt geben in einem Ideenwettbewerb Impulse für das Projekt in Niederhöchstadt

Dass angehende Architektinnen und Architekten während ihres Studiums an der Frankfurter University of Applied Sciences Entwürfe für reale Bauprojekte erarbeiten, kommt öfter vor. Ein studentischer Ideenwettbewerb für den Neubau eines Gemeindezentrums mitsamt Kirche ist jedoch etwas Besonderes. Die evangelische Andreasgemeinde in Eschborn-Niederhöchstadt hatte den Wettbewerb vor knapp einem Jahr ausgeschrieben. Sie hoffte Anregungen zu bekommen, wie sich die 3500 Quadratmeter große Fläche am Montgeronplatz, auf der zurzeit ein schmuckloses Ensemble mitsamt Glockenturm aus den 1970er Jahren steht, neu und modern gestalten lässt.

„Die Resonanz unter den Studierenden war enorm“, berichtete Professor und Prodekan Jean Heemskerk der Frankfurter Rundschau. 100 Studentinnen und Studenten des Masterstudienganges wollten an dem Ideenwettbewerb teilnehmen, 25 durften am Ende ihre Entwürfe im Rahmen einer Semesterarbeit entwickeln und präsentieren.

„Eine Kirche zu bauen, gehört zu den größten Herausforderungen für Architekten“, sagt Heemskerk. „Die Gestaltung eines Sakralraumes motiviert und inspiriert. Dass man sich als Architekt damit beschäftigen darf, kommt heute nur noch selten vor.“

Seit zehn Jahren wird im Vorstand der Andreasgemeinde über die Zukunft des Gemeindezentrums in Niederhöchstadt diskutiert, denn es genügt längst nicht mehr den Ansprüchen der stetig wachsenden Gemeinde. „Wir platzen aus allen Nähten“, sagt Pfarrer Karsten Böhm. Mit derzeit 170 Quadratmetern sei der Gottesdienstraum für regelmäßig 150 bis 175 Gäste viel zu klein. Zusätzliche Räume hätten auch für den Buch- und Kirchenladen „7. Himmel“ angemietet werden müssen. Das Archiv im Keller habe man zum Proberaum für Bands umfunktioniert.

Mit einem Anbau hatte man bereits in den 1990er Jahren versucht, das Raumproblem der Andreasgemeinde zu lösen. Nun plant der Kirchenvorstand doch einen Neubau, auch weil die alten Gebäude sanierungsbedürftig sind und für die Renovierung viel Geld aufgewendet werden müsste. Zwei Studien wurden durchgeführt und die Zukunftsvision 2030 formuliert. „Wir möchten keine „Funktionsscheune“, sondern Ideen und Konzepte, um unserer Gemeinde ein unverwechselbares architektonisches Gesicht zu geben“, hieß es in der Ausschreibung für die Frankfurter Hochschule. Der Neubau solle eine positive Signalwirkung ausstrahlen, offen und einladend sein und Platz bieten für das ausdifferenzierte Angebot der Gemeinde.

Seit einigen Monaten liegen die Vorschläge der Studentinnen und Studenten vor. Die Bandbreite der Ideen ist groß. Sie reicht von einem großen Haus, das die vielfältigen Nutzungen unter einem Dach vereint, bis zu kleinteiligen Anlagen aus mehreren Gebäuden, die sich um Innenhöfe gruppieren. Raumgreifende Gebäudeflügel wurden ebenso entworfen wie schlichte hofartige Gebäude mit klaren Außenkanten. 13 Entwurfsprojekte sind in einer Broschüre zusammengefasst, die auf der Homepage der Gemeinde heruntergeladen werden kann. Im Oktober vergangenen Jahres wurden die Architekturmodelle im Gemeindezentrum ausgestellt und drei Sieger:innen gekürt.

Den ersten Platz gewann Niklas Schraps mit der Idee, ein rechteckiges Ensemble mit zwei Innenhöfen auf den Montgeronplatz zu bauen, in dem sich der Kirchenraum durch das auffällige Schrägdach deutlich absetzt. Eine Dachlandschaft aus dreieckigen Flächen, unter denen sich die Räume der Andreasgemeinde sowie der polygonale Gottesdienstraum anordnen, zeigt der Entwurf von Sandra Molnar. Viet Tu Ho stellt das neue Gemeindezentrum auf die Grundrissform einer Unendlichkeitsschleife und schafft spannungsreiche Übergänge zwischen den einzelnen Gebäudeteilen.

Eins zu eins umgesetzt wird keiner der Entwürfe der Studierenden. Die Modelle und Skizzen sollen vielmehr als Anregung dienen für die Planer:innen, die die Andreasgemeinde demnächst beauftragen will. „Wegen der Corona-Pandemie ist unser Zeitplan durcheinander geraten“, erläutert Pfarrer Karsten Böhm. Man wolle nun zügig ein Konzept erarbeiten, den Bauantrag einreichen und sich auf die Suche nach Sponsor:innen und Kooperationspartnerschaft machen. Eine soziale Einrichtung könnte das ebenso sein wie die Stadt Eschborn.

Weitergeführt wird auch die Spendenaktion in der Gemeinde, bei der vor sechs Jahren bereits eine Viertelmillion Euro für den Neubau zusammenkamen. „Unsere Mitglieder sind nach wie vor spendenfreudig“, weiß Karsten Böhm. Die evangelische Landeskirche werde das Projekt mit einem Zuschuss, der sich an der Mitgliederzahl orientiert, fördern.

So sieht Sandra Molnar den neuen Gottesdienstraum der Andreasgemeinde. Privat (3)
Der Siegerentwurf von Niklas Schraps sieht ein Bauensemble mit klaren Linien vor.

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