Hessen stellt viel Geld für den Straßenausbau zur Verfügung.
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Hessen stellt viel Geld für den Straßenausbau zur Verfügung.

Verkehr

Eine Milliarde für den Straßenbau in Hessen

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Viele wichtige Verkehrsprojekte sollen 2020 fertig werden – darunter das Wiesbadener Kreuz. Hessens Verkehrsminister Al-Wazir stellt die wichtigsten Vorhaben vor.

Die Bauarbeiten am Wiesbadener Kreuz sollen im neuen Jahr abgeschlossen werden, voraussichtlich im Juli. Auch die langjährigen Bauarbeiten auf der Autobahn 3 zwischen Seligenstadt und der bayerischen Landesgrenze sollen fertig werden, und zwar im Oktober.

Das geht aus der Vorschau für den Straßenbau in Hessen hervor, die Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Mittwoch in Wiesbaden vorstellte. Danach soll 2020 erstmals mehr als eine Milliarde Euro für den Neubau und die Sanierung von Straßen und Brücken in Hessen aufgewendet werden. Hierbei sind die kommunalen Straßen noch nicht berücksichtigt.

Den größten Batzen steuert der Bund bei, der für Autobahnen und Bundesstraßen in Hessen mit Ausgaben von 860 Millionen Euro rechnet. Dabei könnte die Summe noch steigen. Im Vorjahr hatte Hessen zu den geplanten 700 Millionen Euro weitere 70 Millionen Euro vom Bund verbauen können, weil das Geld in anderen Bundesländern nicht abgerufen wurde.

Das Land plant Ausgaben von 132 Millionen Euro für die Landesstraßen, davon acht Millionen Euro für Radwege. Hinzu kommen 79 Millionen Euro, die extern vergeben werden, etwa für Ingenieurleistungen, Gutachten oder Bauüberwachung.

Aufwendige Brücken

Besonders aufwendig ist die Erneuerung von Autobahnbrücken. So soll bis Dezember 2020 die Talbrücke Marbach an der A45 fertig werden, deren Vorgängerin aus den 1960er Jahren stammte. Dafür wurden insgesamt fast 60 Millionen Euro fällig, verteilt über mehrere Jahre. Die teuerste Brücke im Zuge einer Landesstraße steht in Frankfurt. Es ist die Bahnunterführung am Frankfurter Berg. Hier rechnet das Land mit Ausgaben von 8,2 Millionen Euro, von denen zwei Millionen 2020 fällig werden dürften. Mit Rücksicht auf den Gleisausbau der Bahn werde die neue Brücke „länger und einen Meter höher“ als die alte, erläuterte Abteilungsleiter Heiko Durth von Hessen Mobil. Die alte Brücke stamme von 1910.

Minister Al-Wazir hatte zu Beginn seiner Amtszeit eine „Sanierungsoffensive“ gestartet. Angesichts des schlechten Zustands von Straßen und Brücken besitze der Erhalt Vorrang vor Neubau-Projekten. Tatsächlich flössen rund 90 Prozent der Straßenbau-Mittel in die Sanierung. Bei den Bundesstraßen und Autobahnen seien es etwa zwei Drittel.

Neben dem Straßenbau hat Hessen-Mobil mit seinen 3500 Mitarbeitern im neuen Jahr auch einen organisatorischen Wechsel vorzubereiten. Zum Jahresbeginn 2021 werden die Arbeiten an Autobahnen und Bundesstraßen an die neue Bundesfernstraßengesellschaft übergehen. Man wolle die Projekte gut an die neue Gesellschaft übergeben, sagte Hessen-Mobil-Präsident Gerd Riegelhuth. „Dieser Transformationsprozess spannt uns ein.“

Bauen und sanieren

315 Kilometer:So lang sind die Straßen, deren Sanierung oder Neubau in diesem Jahr in Hessen abgeschlossen werden soll. Davon verlaufen 183 Kilometer auf Landesstraßen, 69 Kilometer auf Bundesstraßen und 63 Kilometer auf Autobahnen.

Auf 272 KilometerStraßen wurden im vorigen Jahr die Arbeiten fertig: 139 Kilometer Landesstraßen, 75 Kilometer Bundesstraßen und 58 Kilometer Autobahn. pit

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