Islamischer Religionsunterricht: Hessen beendet die Zusammenarbeit Islamverband Ditib.
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Islamischer Religionsunterricht: Hessen beendet die Zusammenarbeit Islamverband Ditib.

Kommentar

Eine heikle Entscheidung in Hessen

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Der Rauswurf des Ditib-Verbands aus dem hessischen Religionsunterricht war wohl unvermeidlich. Jetzt sind andere muslimische Verbände gefragt, den steinigen Weg zu gehen. Ein Kommentar.

Am Ende war es wohl unvermeidlich für den hessischen Kultusminister Alexander Lorz, die Zusammenarbeit mit dem Islamverband Ditib aufzukündigen. Ein Bundesland darf sich nicht dem Verdacht aussetzen, dass ein fremder Staat, der zudem von einem Autokraten regiert wird, in den Schulunterricht hineinregiert. Selbst wenn es – das muss betont werden – nie einen Hinweis gab, dass das im hessischen Islamunterricht geschehen ist.

Nicht nur deswegen ist die Entscheidung bitter. Da sind zunächst die muslimischen Schülerinnen und Schüler. Es war gut, ihnen Religionsunterricht in staatlichen Schulen und in deutscher Sprache anzubieten, um sie nicht von Hinterhofpredigern mit einem ganz anderen Weltbild abhängig zu machen.

Da ist zum anderen die Gleichbehandlung der Religionen. Das, was christlichen Kirchen und anderen Glaubensgemeinschaften zusteht, muss natürlich auch für Muslime gelten.

Deswegen war es 2012 eine gute Idee der schwarz-gelben Landesregierung, den muslimischen Gemeinschaften den Einstieg in den Islamunterricht anzubieten. Bedauerlich ist, dass es neben der kleinen Ahmadiyya-Gemeinde und dem Verband Ditib bis heute keine muslimische Gruppierung gibt, die den steinigen Weg zum Kooperationspartner des Landes beim Islamunterricht gehen will. Es wäre die richtige Zeit dafür.

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