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Eine Eule bringt den Unterricht nach Hause

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bad homburg Volkshochschule bietet ab Herbstsemester "hybrides Lernen" an

Die Corona-Pandemie hat die Gesellschaft in den vergangenen zweieinhalb Jahren an vielen Stellen maßgeblich verändert. "Distanzunterricht" wurde zum Schlagwort - das heißt, der Unterricht ist nicht mehr zwangsläufig an einen bestimmten Ort gebunden, sondern kann auch von Zuhause über das Internet verfolgt werden.

Noch einen Schritt weiter geht das "hybride Lernen", das eine Kombination aus Präsenz- und Online-Lernen darstellt und das von der Volkshochschule Bad Homburg (VHS) vom kommenden Herbstsemester an angeboten wird. Dr. Jochen Stolla, der VHS-Fachbereichsleiter Beruf und Digitalisierung, und Anette Uhrig, bei der Volkshochschule unter anderem für hybrides Lehren und Lernen zuständig, stellten jetzt im Beisein von Stadträtin Mechthild Weiß-Hennerici (CDU) das moderne Lernkonzept vor. "Mit dem hybriden Unterricht ermöglichen wir unseren Kursteilnehmern eine flexiblere Kursteilnahme", erklärt Stolla. Diese ist in Zukunft entweder in einem Kurs in den Räumen der Volkshochschule möglich oder auch online von einem beliebig anderen Ort. Die Vorteile: Als Online-Teilnehmer kann man riskante Corona-Kontakte vermeiden, Eltern brauchen keine Kinderbetreuung zu organisieren, Personen mit eingeschränkter Mobilität können einen Kurs besuchen. Und auch Teilnehmer, die während des Kursverlaufs in den Urlaub fahren, können trotzdem den Kurs verfolgen.

Um dies möglich zu machen, steht auf dem Tisch im Kursraum eine sogenannte Meeting-Owl, ein etwa 30 Zentimeter hohes Gerät, in dem Kamera, Mikrofon und Lautsprecher integriert sind und das in seiner Gestaltung an eine Eule erinnert. Oben auf der Meeting-Owl sitzt eine Kamera, die rundum den ganzen Raum und zusätzlich Bilder der Teilnehmer, vor allem aber der jeweils Sprechenden erfasst. Diese Bilder werden an eine digitale Tafel - ein interaktives Whiteboard - übertragen, auf der sich auch die Bilder der Teilnehmer von außerhalb befinden, so dass jeder jeden im Kurs sehen kann. Das 360-Grad-Bild des Kursraumes ermöglicht es den auswärtigen Teilnehmern, auch etwas mehr von der Atmosphäre des Kurses mitzubekommen. Die Tafel dient allerdings nicht nur der Bildübertragung, sondern kann auch wie eine "normale" Tafel benutzt werden. Das heißt, man kann mit einem speziell dafür geeigneten Stift etwas auf die Tafel schreiben, was alle Teilnehmer des Kurses sehen können.

Bislang kann die Volkshochschule Hybrid-Kurse in zwei Räumen anbieten. "Die technischen Voraussetzungen dafür sind sehr kostspielig", berichtet Dr. Stolla. So kostet eine Meeting-Owl jeweils 1200 Euro, die beiden unterschiedlich großen digitalen Tafeln zusammen 18000 Euro, bei deren Kauf die Stadt die Volkshochschule finanziell unterstützt hat.

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