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Elvis Presley mit Fan Claus-Kurt Ilge, 1960.

Geschichte

Ein Schrank sammelt Erinnerungen ein

  • Peter Hanack
    vonPeter Hanack
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Das Projekt der Kulturregion startet in der Wetterau. Gesucht sind nicht nur Kleidungsstücke.

Ein Blick in den Kleiderschrank verrät eine Menge über dessen Besitzer. Über Geschlecht, Vorliebe für bestimmte Farben, Kultur und vielleicht sogar über bevorzugte Freizeitaktivitäten, Beruf und Religion. Das Team der Kulturregion Frankfurt-Rhein-Main hat sich das zunutze gemacht – und schickt einen Kleiderschrank auf Reisen, der nicht nur Kleidungsstücke, sondern auch Geschichten, Texte, Bilder und Fragen einsammeln soll.

Der mobile Kleiderschrank soll bis Ende nächsten Jahres an 15 Stationen in der Region Halt machen soll. An jedem Ort gibt es einen eigenen Fokus, überall soll der Schrank anders ausgestattet werden.

Das Projekt

Der mobile Kleiderschrank steht von 15. bis 30. im Wetterau-Museum, Haagstraße 16, Friedberg. Öffnungszeiten Dienstag bis Freitag 9 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr, Samstag 14 bis 17 und Sonntag 10 bis 17 Uhr. Informationen www.wetterau-museum.de.

Gefördert wird der mobile Kleiderschrank von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen. Es ist ein Projekt der KulturRegion FrankfurtRheinMain gGmbH, www.krfrm.de. pgh

Konzipiert und gebaut hat ihn der Künstler Max Brück. Er hat dazu offene und geschlossene Schrank- und Schubladenelemente, Kleiderhaken, Spiegel und einen Bildschirm eingebaut. Zum Schrank gehören außerdem Versatzstücke aus den 1950er Jahren, wie eine Hutablage und einen Midcentury-Schrank. Wechselt der Schrank den Ort, bleibt der dort gesammelte Inhalt zurück, die Gebrauchsspuren aber reisen mit.

„Der Schrank bietet sich an, verschiedenste Themen zu präsentieren und zu vermitteln“, erklärt Projektleiterin Magdalena Zeller die Idee. Es gehe ums Aufbewahren, Bestücken, Stöbern und Kombinieren, um die Eigen- und Fremdwahrnehmung oder um Begriffe wie Schubladendenken. Alle Stationen der Tour würden dokumentiert, am Ende stehe ein mit Geschichten gefüllter Kleiderschrank.

Mit dem Fokus auf „Elvis Presley und die Jugendkulturen“ macht der mobile Kleiderschrank vom 15. bis zum 30. August seine erste Station im Wetterau-Museum in Friedberg. Von September an öffnet er seine Türen und Schubladen im Bürgerbüro in Offenbach zum Thema „Kleidung und Erinnerung“.

Um das Jahr 1960 herum hielten in Friedberg und Bad Nauheim Rockabilly und Rock’n’ Roll Einzug. Was auch damit zu tun hatte, dass damals Elvis Presley in den Friedberger Ray Barracks stationiert war und in Bad Nauheim wohnte. Mit seinem damals provokanten, bunten und körperbetonten Stil hat Elvis die Mode und Kultur bis heute nachhaltig beeinflusst. Zum Start der Schrankreise wird es deshalb auch darum gehen, wie sich die Jugend unter diesen Einflüssen selbst inszeniert hat. Und was sich für sie mit den Begriffen Leben, Freiheit und Provokation verband.

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