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Ein Gewerbegebiet „erster Güte“

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Dirk Velte vor seinem Geschäft „An den Drei Hasen“. Die Hälfte der Parkplätze für Kunden und Beschäftigte ist durch die Straßenumgestaltung weggefallen, kritisiert er. dietz
Dirk Velte vor seinem Geschäft „An den Drei Hasen“. Die Hälfte der Parkplätze für Kunden und Beschäftigte ist durch die Straßenumgestaltung weggefallen, kritisiert er. dietz © Jochen Dietz

3000 Arbeitsplätze „An den Drei Hasen“ / Parkplatzsituation macht Probleme

OBERURSEL - Handel, Gewerbe, Autos, Produktion, Handwerk, Gastronomie, Finanzen, Dienstleistung, Gesundheit, Schulstandort, Fitness, Freizeit: Das Gewerbegebiet „An den Drei Hasen“ bietet auf 34,5 Hektar derzeit rund 3000 Arbeitsplätze und einen bunten Gewerbemix. Vor kurzem hat der „Straßenendausbau“ begonnen. Die letzten gut 100 Meter der Karl-Hermann-Flach-Straße wurde in Angriff genommen. Es gibt neu sortierte Stellplätze, Grüninseln und Baumscheiben. „Unser Gewerbegebiet ist sichtbarer, präsenter geworden“, sagt Dirk Velte, Inhaber der Metallmanufaktur und Sprecher der Säule „Drei Hasen“ im Gewerbeverein Fokus O.

Allein schon durch die ideale Verkehrsanbindung hatten sich immer mehr potente Unternehmen dort angesiedelt, wo die Erschließung einst rund um den Hessentag im Jahr 2011 so richtig Fahrt aufgenommen hatte. „Wir haben hier ein Gewerbegebiet der ersten Güte“, betont Velte. Er schätzt die Anzahl der inzwischen hier präsenten Unternehmen und Geschäfte auf irgendwo zwischen 50 und 100. „Gut 30 habe ich im Fokus-O.-Verteiler.“

Das Gewerbegebiet scheint ausgereizt. „Es sind derzeit nur noch wenige Flächen unbebaut, hier verfolgen die jeweils privaten Eigentümer unterschiedliche Planungsideen“, heißt es auf Anfrage aus dem Rathaus. Der Stadt Oberursel seien derzeit keine zum Verkauf stehenden Grundstücke mehr bekannt. Die Stadt selbst besitze hier keine Flächen, und eine Erweiterung sei im regionalen Flächennutzungsplan nicht vorgesehen.

Nur die Parksituation im gesamten Areal stößt Metallbaumeister Velte auf. Hier hätte er sich gewünscht, dass die Gewerbetreibenden früher in die Planung der Straßenumgestaltungen eingebunden worden wären. Wo früher schräg geparkt werden konnte, geht es nur noch hintereinander an den Fahrbahnrändern. „Dadurch ist gut die Hälfte der Parkplätze weggefallen.“ Da hätten Velte und seine Kollegen gerne ein Wörtchen mitgeredet. Einige Unternehmen - wie auch seine Metallmanufaktur - hätten sich nun mal vergrößert. „Betriebe, die sich mit fünf Mitarbeitern hier mal angesiedelt haben, haben nun 20 Leute. Und die kommen alle mit dem Auto.“

Parkhaus nicht Sache der Stadt

Bei der Stadt habe man ihm bereits erklärt, dass auch für Gewerbegebiete bestimmte Vorschriften und Satzungen für die Straßengestaltung einzuhalten seien. Und beim Vorschlag, doch bitte ein Parkhaus zu bauen, habe man in der Verwaltung abgewinkt. Das sei nicht Aufgabe der Stadt. „Wenn die Stadt mit der Erschließung eines solchen Gewerbegebiets A sagt, muss sie auch B sagen“, befindet Velte. „Alles auf die Unternehmen abzuwälzen geht nicht.“ 1978 sei hier noch alles Wiese mit Kühen gewesen, erinnert er sich und zeigt von seiner Firma auf die andere Straßenseite. Und die kleinen Alteingesessenen können nun nicht mal so eben erweitern.

Erschwerend komme hinzu, dass Wohnwagen, Werbe- und sonstige Lkw- und Pkw-Anhänger inzwischen überall herumstehen und Parkflächen blockieren. In der Bertha-von-Suttner-Straße stehen sogar gerade zwei fette, abgekoppelte Wohnanhänger hintereinander und versperren mindestens vier Parkplätze. Dabei dürfen vom Zugfahrzeug abgekoppelte Anhänger nicht länger als drei Wochen im öffentlichen Straßenraum stehen. „Es ist hier halt alles gewachsen, aber die Infrastruktur nicht mit“, stellt Velte fest.

Als weiteres Expansionsobjekt nennt er die Swiss International School (SIS) um die Ecke, die mit dem kommenden Schuljahr eine gymnasiale Oberstufe startet und sich auch räumlich vergrößert. Auch dann sei noch mehr Verkehr zu erwarten. Und übrigens fehle an dem Kreisverkehr noch ein Zebrastreifen, merkt Velte an. Und das vor einer Schule.

„Wir sind hier schon ein bisschen autolastig“, räumt er mit Blick auf die großen Autohauspaläste allein der Nobelmarken in seiner Nachbarschaft ein. Autos der pendelnden Beschäftigten, Autos der Kunden, Autos in Präsentationsräumen, neue und gebrauchte Autos auf Halde. Glücklich die Autohäuser, die später ansiedelten und bei Platz und Fläche klotzen konnten.

Ein Drei-Hasen-Fest wie im vergangenen Sommer werde es übrigens in diesem Jahr nicht geben. „Wir hatten keine Planungssicherheit. Und es hätte unsere kleineren Gewerbetreibenden überfordert“, erklärt Velte. Stattdessen sei für den 25. Juni „Cars & Coffee“ geplant - ein Oldtimertreffen.

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