Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Einer der beiden Bewerber wird am 26. September zum neuen Rathauschef gewählt.
+
Einer der beiden Bewerber wird am 26. September zum neuen Rathauschef gewählt.

Bürgermeisterwahl

Ein Bewerber-Duo fürs Rodgauer Rathaus

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
    schließen

Ein FDP- und ein CDU-Mann buhlen in Rodgau am 26. September um die Nachfolge von SPD-Bürgermeister Jürgen Hoffmann.

Am 26. September endet in Rodgau eine sozialdemokratische Ära. Die Bürger und Bürgerinnen werden dann nämlich bestimmen, dass entweder ein Christdemokrat oder ein Freidemokrat im Rathaus das Sagen hat. Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) tritt ab, seine Partei hat keinen eigenen Kandidaten mehr aufgestellt. Da die SPD im Bündnis mit Grünen, FDP, Freien Wählern und Tierschutzpartei ist, unterstützt sie den FDP-Kandidaten Michael Schüßler. Sollte der Erste Stadtrat die Wahl gewinnen, wäre er nach Daniell Bastian aus Seligenstadt der zweite FDP-Bürgermeister im Kreis Offenbach.

Seit 1977, als fünf Gemeinden im Zuge der hessischen Gebietsreform zur Großgemeinde Rodgau zusammengeschlossen wurden, wechselte das Amt des Verwaltungschefs immer wieder zwischen SPD und CDU. Sozialdemokrat Hoffmann hat die verkehrsgünstig gelegene Stadt mit vielen Vereinen und großen Waldflächen in den vergangenen elf Jahren regiert, seine Amtszeit endet am 9. Juni 2022.

Die Wahl und die Kandidaten

Am Sonntag, 26. September, sind in Rodgau rund 35 000 Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, einen neuen Verwaltungschef zu wählen.

15 Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet; dazu wurden 15 Briefwahlbezirke gebildet. Bisher wurden rund 15 000 Briefwahlunterlagen beantragt.

Zuerst wird die Bundestagswahl ausgezählt, dann die Landratswahl und zum Schluss die Bürgermeisterwahl.

Die Ergebnisse der Wahlen sind auf der städtischen Homepage rodgau.de abrufbar.

Michael Schüßler (FDP) , Jahrgang 1976, ist ausgesprochen rathauserfahren. 2004 wurde er zum hauptamtlichen Stadtrat gewählt, seit 2012 hat er als Erster Stadtrat fachliche Kompetenz bewiesen. Der dreifache Familienvater, der auch Vizepräsident des hessischen Städtetags ist, will Rodgau zur familienfreundlichen Bildungsstadt machen. Da Kita-Personal schwer zu finden ist, will er eine pädagogische Fachschule schaffen, damit die Stadt selbst Fachkräfte ausbilden kann. Rodgau brauche auch eine Stadthalle, meint er. Als Ziele hat er unter anderem barrierefreien Verkehrsraum und bezahlbaren Wohnraum für alle Generationen definiert.

Max Breitenbach (CDU) , Jahrgang 1991, bringt Erfahrung in der Kommunalpolitik und in der Verwaltung mit. Er sitzt seit 2016 in der Stadtverordnetenversammlung und im Kreistag, war vorher in der Jungen Union aktiv. Als stellvertretender Teamleiter im kommunalen Jobcenter von Wiesbaden hat er Personalverantwortung für ein Team von rund 30 Beschäftigten. Der 30-Jährige wirbt mit dem Slogan „Zeit für Neues“ und fordert eine langfristige Vision für Rodgau. Er will attraktive Freizeitmöglichkeiten wie den Badesee ausbauen und mit neuen Ideen mehr Lebensqualität schaffen. Es sei Zeit für ein nachhaltiges Miteinander, meint er, damit vorhandene Ressourcen auch künftigen Generationen noch zur Verfügung stehen. ann

Gelingt es der CDU, die im Stadtparlament seit 15 Jahren in der Opposition sitzt, der Koalition nun mit ihrem Kandidaten Max Breitenbach ein Schnippchen zu schlagen und zumindest im Rathaus die Macht an sich zu reißen? Die Chancen stehen nicht schlecht, da nicht jeder mit der Koalitionspolitik der vergangenen Jahre einverstanden ist.

Viele Alteingesessene sehen es kritisch, dass Rodgau vehement auf Wachstum setzt und statt 46 000 in wenigen Jahren 50 000 Einwohner haben wird. Ein Baugebiet nach dem anderen wurde ausgewiesen, neue Häuser wachsen wie Pilze aus dem Boden – auch wenn, wie Hoffmann sagt, verantwortungsvoll gebaut werde: 50 Prozent des naturschutzrechtlichen Ausgleichs für die versiegelten Flächen finde im Baugebiet statt, der Rest vor allem im Rodgauer Wald.

Rodgau hat aktuell 85 Hektar Baugebietsflächen

Insgesamt 85 Hektar Grund und Boden werden aktuell oder künftig bebaut – allen voran die Energie-Plus-Siedlung Rodgau-West zwischen Jügesheim und Hainhausen. Dort soll mehr Energie produziert als verbraucht werden. Das Baugebiet soll in drei Abschnitten entstehen; für den ersten Abschnitt ist dieses Jahr der Aufstellungsbeschluss avisiert. Bis der erste Stein gesetzt ist, werden aber noch drei Jahre ins Land ziehen. Die Baugebietsentwicklungen seien Aufgabenstellungen, die die Stadtverordneten schon vor 15 bis 20 Jahren festgelegt hätten, sagt Hoffmann. Weitere Flächen zu nutzen, sei derzeit nicht beabsichtigt.

Wer viel baut, muss auch viel Infrastruktur schaffen. Darin liegt eine große Aufgabe für die Stadt. Das Thema Mobilität wird das künftige Stadtoberhaupt begleiten, ein schlüssiges Verkehrskonzept muss endlich her. Der Verkehr muss neu geordnet werden, gleichzeitig müssen Kitas und Schulen entstehen. Momentan baut die Stadt vier Kitas, die in den nächsten Monaten in Betrieb gehen. Die Investitionssumme liegt bei stolzen 21 Millionen Euro. Das Geld holt sich die Stadt zum Teil aus den Infrastrukturkostenanteilen, die in den Grundstückspreisen inkludiert sind.

Rodgaus Erster Stadtrat Michael Schüßler (FDP) will Stadtoberhaupt werden.
Auch Max Breitenbach (CDU) kandidiert fürs Rodgauer Bürgermeisteramt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare