Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der Eichennachwuchs entwickelt sich ganz ordentlich.
+
Der Eichennachwuchs entwickelt sich ganz ordentlich.

Hochtaunus

Eichelhäher hilft den Förstern

  • VonBoris Schöppner
    schließen

Der Vogel unterstützt die Aussaat. Der Amtsleiter ist nicht überzeugt von mediterranen Bäumen.

Nach den vielen Warn- und Horrormeldungen aus dem heimischen Forst in den vergangenen Jahren, in denen die Dürre in den Sommern und die Ausbreitung der Borkenkäfer den Bäumen zugesetzt hat, klang das, was der neue Leiter des Forstamts Königstein, Sebastian Gräf, kürzlich im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt über den Kronberger Wald referierte, fast schon ein bisschen optimistisch. Zumindest aber wurde im Laufe des Vortrages klar: Es gibt beim Forstamt keinen blinden Aktionismus.

Bei der Wiederbelebung von geschädigten Flächen gebe es ein „erhebliches Verjüngungspotenzial“. Da gelte es, erst einmal abzuwarten und zu schauen, was sich durchsetze. Verjüngung meint in diesem Zusammenhang die Selbstaussaat der Bäume. Unterstützt werden soll dies – wo notwendig – durch Saatgut aus dem eigenen Betrieb. So wurde im vergangenen Herbst Eichensaatgut im Forstamt Königstein geerntet und eingelagert. Und: „Eichen kommen ganz gut zurück.“

„Es sieht gar nicht so schlecht aus“, sagte Gräf über die Zukunftsperspektive des Kronberger Waldes und die Wiederbewaldung des Hünerbergs.

2018 und 2019 sei es gelungen, die Schäden durch verminderten Holzeinschlag auszugleichen. 2019 seien die Schäden bei den Fichten durch die Drosselung beim Laubholzeinschlag nahezu kompensiert worden. Das war 2020 angesichts des Windwurfs bei den Fichten nicht mehr ausreichend, auch wenn der Einschlag von Kiefer, Lärche und Buche reduziert wurde. Ein schwacher Trost: In Kronberg fielen die Schäden geringer aus als bei anderen Forsten.

Als trockenheitsempfindlicher als angenommen habe sich die Buche erwiesen, sagte Gräf. „Wir haben damit gerechnet, dass die Fichte vom Klimawandel betroffen sein wird, aber auch die Buche kommt bei Wassermangel an verschiedenen Standorten an ihre Grenzen.“ Die Weißtanne, mitunter eine Zeit lang so etwas wie ein Hoffnungsträger unter den Bäumen im Klimawandel, sei in Sachen Trockenempfindlichkeit der Buche gleichgestellt.

Bei der Auswahl von Bäumen für bestimmte Standorte sollen künftig verstärkt klimatische Wasserbilanzen und neue Karten für Baumartenpotenziale zum Einsatz kommen.

Insgesamt verfüge das Forstamt über ein großes Portfolio von Baumarten, die dazugepflanzt werden können. Bei der Verbreitung des Eichensaatgutes könne man auf einen fleißigen Helfer rechnen. Dafür müssen die Eicheln lediglich in Kästen gelegt werden. Der Eichelhäher würde die dann holen, wegtragen und als Nahrungsvorrat verstecken. Da er aber längst nicht alle wiederfinde, trage er so seinen Teil zur Wiederbeforstung bei.

Von der Anpflanzung mediterraner Bäume riet Gräf ab. Zum einen bestehe die Gefahr, dass über sie neue Insektenarten in den Taunus geschleppt würden. Ein solcher Eingriff in ein Ökosystem sei immer heikel. Zudem sei fraglich, ob mediterrane Bäume mit einem Taunuswinter zurechtkämen, wie man ihn in diesem Jahr erlebt habe.

Dem Wald werde dank der Corona-Zeit mehr Aufmerksamkeit entgegengebracht, viele hätten ihn in Zeiten von Homeoffice und eingeschränkten Reisemöglichkeiten als Naherholungsgebiet entdeckt.

Den Vorschlag aus der Kronberger Politik, den Wald künftig nur noch als Erholungswald und Biotop, nicht jedoch als Wirtschaftswald zu betrachten, erteilte Gräf eine Absage: „Wir haben einen riesigen Holzhunger. Holz ist einer der wenigen nachwachsenden Rohstoffe, die wir haben.“ Alternativ müsse man den Holzbedarf beim Bauen dann durch Holzimporte decken. Wichtig sei indes, „dass man die Natur nicht gegen den Strich bürstet“.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare