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Schlechte Noten? Bildungscamps können helfen.

Schule

Vor Ehrenrunde bewahrt

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Ostercamps helfen Schülern. Minister Lorz verteidigt sie gegen Kritik

So viel Einigkeit war selten in einer bildungspolitischen Frage: Alle Fraktionen im Hessischen Landtag unterstützen die Osterferiencamps, mit denen gefährdete Schülerinnen und Schüler in den Hauptfächern Deutsch, Mathe und Englisch gefördert werden. Das wurde in einer Debatte im Schulausschuss des Landtags am Donnerstag deutlich.

Man habe dank der Camps „mit Sicherheit ein paar Tausend Schüler vor dem Abbruch oder zumindest vor der Ehrenrunde bewahrt“, stellte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) fest. Die Kosten von gut 1,4 Millionen Euro im Jahr für rund 3000 Schülerinnen und Schüler seien geradezu „marginal“ im Vergleich zu den Kosten, die durch verpasste Versetzungen für die Schulen entstanden wären.

Der Hessische Rechnungshof hatte Ende 2018 beklagt, die Wirksamkeit der Feriencamps sei nicht ausreichend nachgewiesen. Außerdem monierte er, dass nicht nur schlechte Schülerinnen und Schüler teilgenommen hätten, sondern sehr viele Leistungsstärkere. Sie hätten in manchen Gruppen bis zu zwei Drittel der Teilnehmer ausgemacht.

FDP hakt nach

Lorz widersprach dieser Argumentation. Er wandte sich gegen eine Haltung nach dem Motto: „Wer nur lernwillig ist, sollte rausfliegen.“ Zwar dürfe es nicht darum gehen, dass Zweier-Schüler in den Camps für eine Eins lernten. Aber ein Dreier-Schüler, dessen Leistungen schwächer würden, müsse nicht versetzungsgefährdet sein, um teilnehmen zu dürfen.

Die FDP hatte die Bedenken des Rechnungshofs zum Anlass genommen nachzuhaken. Ihre Abgeordneten Moritz Promny und Matthias Büger betonten, sie stünden keineswegs für Kürzungen im Bildungsbereich, sondern hielten, im Gegenteil, mehr Geld für nötig. Gerade dann sei es wichtig, die Wirksamkeit zu überprüfen. Auch sie vertraten aber die Auffassung, dass die Osterferiencamps sinnvoll seien.

Lorz berichtete, sein Ministerium habe Konsequenzen aus der Kritik des Rechnungshofs gezogen. Es sei nun geregelt, dass mindestens 60 Prozent der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler gefährdet sein müssten, ihre Versetzung oder ihren Abschluss zu verfehlen. Dazu zählen alle, die eine Fünf im Zwischenzeugnis haben oder in den Hauptfächern zwei Vieren.

Aus den Zahlen, die Lorz vortrug, ging hervor, dass Frankfurter Schülerinnen und Schüler nur in geringer Zahl zu den Camps angemeldet werden. Hier will der Kultusminister mehr Schulen für die Teilnahme gewinnen.

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