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Die Aseler Brücke ist aufgetaucht.

Trockenheit

Edersee im Sparmodus

Hauptsaison aufgrund neuer Bewirtschaftungsform gut überstanden

Trotz eines deutlich gesunkenen Wasserstands im Edersee ziehen Wassersportler und die Tourismusbranche der Region eine positive Bilanz. Dank einer sparsameren Bewirtschaftung des Stausees habe man bisher alle Wassersportmöglichkeiten erhalten können, sagte Thomas Hennig vom Regionalverband Eder-Diemel auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Nun würden allerdings die ersten Boote wegen des gesunkenen Wasserstands aus dem See geholt. Seit ein paar Tagen ist erstmals in dieser Saison das „Edersee-Atlantis“ – die Überreste alter Siedlungen auf dem Seegrund – zu sehen.

45 Prozent betrug der Füllstand des nordhessischen Stausees zuletzt. Er ist die größte Attraktion der Ferienregion im Kreis Waldeck-Frankenberg. Sein Wasser dient aber auch dazu, über Eder und Fulda die Weser schiffbar zu halten. Deswegen ist die Wasserabgabe ein Politikum. Ende Juni hatten die zuständigen Behörden neue Regeln vorgestellt, die das Wasser länger im Edersee halten sollen. Dabei wird – vereinfacht gesagt – ab einem bestimmten Füllstand des Sees weniger Wasser abgegeben.

„Das hat auf jeden Fall etwas gebracht“, sagt Hennig. Die Verhältnisse im See seien zwar nicht optimal, aber gut – trotz Wasserdefiziten aus dem trockenen Jahr 2018. „Ohne die neue Bewirtschaftungsform hätten 50 Prozent der Boote vor drei Wochen aus dem See geholt werden müssen.“ Stattdessen beginne diese Phase erst jetzt und betreffe vor allem größere und schwerere Boote.

Hennig ist auch Inhaber einer Segelschule und rechnet damit, den Betrieb wie geplant bis Anfang Oktober aufrechterhalten zu können. Insgesamt verzeichne man im Wassersportbereich am Edersee leichte Zuwächse bei den Gästezahlen – die aber weit von früheren Ergebnissen entfernt seien.

Wasserstand sinkt

„Die Gesamtsituation hat sich verbessert“, sagt auch Claus Günther von der Edersee Touristic GmbH. Alle Wassersportbetriebe hätten mitgeteilt, gut über die Hauptferiensaison zu kommen. „Dazu hat der Sparmodus beigetragen“, sagt Günther. Allerdings ist die Saison für den Edersee mit dem Ferienende in Hessen nicht vorbei: In Bundesländern wie Bayern haben die Ferien gerade begonnen, auch von dort kämen Touristen an den Edersee, die nun von sinkenden Wasserständen betroffen seien. Fehlten Niederschläge, habe der Edersee weiterhin ein Problem.

Auch das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Hann. Münden (Niedersachsen) bestätigt den positiven Effekt der neuen Regelung. Man habe deutlich früher mit der reduzierten Wasserabgabe aus dem See angefangen als vorher. Ab einem Seeinhalt von 175 Millionen Kubikmetern Wasser wird am Edersee in den Sparmodus geschaltet. Dieser Punkt war bereits Ende Juni erreicht. Der Effekt ist messbar: Über 90 Millionen Kubikmeter waren Anfang August im See – im Vorjahr waren es nur 80 Millionen. Damit sei man zufrieden – mit dem trockenen Wetter dagegen weniger, sagte eine Sprecherin.

In den vergangenen Tagen hat der See aber schnell Wasser verloren. Die Schifffahrt in der Weser wurde wieder mit größeren Mengen unterstützt. Bis zu 30 Kubikmeter Wasser wurden pro Sekunde abgelassen. (dpa)

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