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Eine Scania R450 Hybrid Zugmaschine (M) fährt mit ausgefahrenem Stromabnehmer während der Inbetriebnahme der ersten deutschen Teststrecke für E-Lastwagen mit Oberleitung auf der Autobahn 5.

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E-Highway auf der A5: Transport neu denken

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Noch ist es zu früh für ein endgültiges Urteil. Doch es sieht sehr danach aus, als ob die Kritik an dem Pilotprojekt berechtigt war.

Schon die Eröffnung im Mai stand unter einem schlechten Stern. Das Fahrzeug wurde zu spät ausgeliefert, um den Fahrer ausbilden zu können. Der erste Hybrid-Lastwagen ging erst drei Wochen später in den Alltagsbetrieb auf die Fünf-Kilometer-Strecke. Vier weitere Unternehmen sollten bis Mitte nächsten Jahres in den Feldversuch einsteigen, hieß es beim Festakt. Wesentlich mehr hätten Interesse daran bekundet. Inzwischen sieht es so aus, dass im ersten Jahr lediglich Daten von drei Fahrzeugen zur Verfügung stehen. Maximal.

14,6 Millionen Euro hat das Bundesumweltministerium allein in den Aufbau der Oberleitungs-Anlage gesteckt, die womöglich nach Abschluss des Feldversuchs Ende 2022 verschrottet wird. Der Test selbst kostet weitere 15,3 Millionen Euro. Ganze 30 Millionen Euro für die Elektrifizierung von zwei Mal fünf Kilometern, die nur alle Nase lang genutzt wird.

Noch ist es zu früh für ein endgültiges Urteil. Doch es sieht sehr danach aus, als ob die Kritik an dem Pilotprojekt berechtigt war. Die Elektrifizierung von Autobahnen kann und wird die Klimaprobleme nicht lösen. Das gesamte Transportwesen muss auf neue Füße gestellt werden. Güter gehören nicht auf die rechte Autobahn-Spur, sondern auf die Schiene, Lastwagenfahrer nachts ins heimische Bett statt auf überfüllte Raststätten. Hier würden sich Investitionen lohnen.

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