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Auf fünf Kilometern der A5 sind die Oberleitungen für den E-Betrieb zu sehen. Selten werden sie genutzt.

Teststrecke

Auf dem E-Highway der A5 in Hessen fährt ein einziger Lastwagen

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Hybrid-Lastwagen mit Stromabnehmern haben auf der vielbefahrenen Autobahn A5 zwischen Langen und Weiterstadt Seltenheitswert. 14,6 Millionen Euro hat der Ausbau gekostet.

Drei Monate sind seit der Eröffnung vergangen. Doch Hybrid-Lastwagen mit Stromabnehmern haben auf der vielbefahrenen Autobahn A5 zwischen Langen und Weiterstadt Seltenheitswert. Kein Wunder: Nach wie vor nimmt lediglich ein einziges Fahrzeug an dem Feldversuch teil. Ein bis zwei Mal am Tag sei es auf dem fünf Kilometer langen Autobahnabschnitt unterwegs, sofern es nicht routinemäßig in die Werkstatt muss, sagt die Sprecherin des Landesbetriebs Hessen Mobil, Frauke Werner. Im Herbst werde ein zweites Fahrzeug hinzukommen, Anfang nächsten Jahres ein drittes.

Bis 2022 sollen es fünf Speditionen mit jeweils einem vom Nutzfahrzeughersteller Scania entwickelten Lastwagen sein. Mit einer ersten Zwischenauswertung sei möglicherweise Mitte kommenden Jahres zu rechnen.

„Der Fahrer ist total zufrieden“, sagt die Geschäftsführerin der Spedition Schanz, Kerstin Seibert, über die Erfahrungen des Truckers. Vor allem sei er begeistert, dass es mit dem E-Antrieb so leise ist. „Der Weg ist der richtige“, ist sie überzeugt. Das Unternehmen aus Ober-Ramstadt (Kreis Darmstadt-Dieburg) bekam für den Test den ersten Prototyp. Hauptgeschäft der Spedition ist der Transport für die Farbenfabrik Caparol von Ober-Ramstadt ins Zentrallager am Flughafen. Sie hat den 40-Tonner zu den Konditionen eines konventionellen Lastwagens geleast. Beteiligt ist auch die Technische Universität Darmstadt. Sie wertet die beim Fahren auf der Teststrecke gesammelten Daten aus. Siemens Mobility ist ein weiterer Partner, Hessen Mobil führt die Regie für das Pilotprojekt. Der Test soll zeigen, ob die Technik für den klima- und lärmschonenden Gütertransport auf Deutschlands Straßen tauglich ist.

Die hessische Teststrecke ist die erste von drei, die das Bundesumweltministerium im Rahmen des Förderprogramms „Erneuerbar Mobil“ realisiert. Die beiden anderen entstehen auf der A1 bei Lübeck und der B462 bei Kuppenheim in Baden-Württemberg.

Das Bundesumweltministerium hat die fünf Kilometer lange Route zwischen Langen und Weiterstadt mit knapp 14,6 Millionen Euro finanziert. Weitere rund 15 Millionen Euro sollen dann in Datensammlungen und Auswertungen fließen.

Die Lastwagen haben auf dem Dach einen aufklappbaren Stromabnehmer, der im Bereich der Trasse an die Oberleitung andockt. Der Hybrid fährt dann mit dem Strom und tankt während der Fünf-Kilometer-Fahrt seine Batterien auf. Danach kann er im E-Betrieb weiterfahren, bis die Akkus leer sind. Dann übernimmt der Hybridmotor mit Diesel wieder den Antrieb.

Untersucht werden sollen laut Hessen Mobil etwa die Auswirkungen auf den Verkehr, ökologische und ökonomische Aspekte und auch der Mehraufwand für die Straßenmeistereien. Viele Fragen sind noch offen. Etwa die, wer später den abgezapften Strom bezahlt.

Das Bundesumweltministerium hat die fünf Kilometer lange, vielbefahrene Strecke zwischen Langen und Weiterstadt mit knapp 14,6 Millionen Euro finanziert. Sollte sich das System als tauglich erweisen, müssten aber nicht alle Autobahnen voll elektrifiziert werden. Schätzungen des Ministeriums zufolge wären in Deutschland rund 1000 Kilometer betroffen. Die Kosten beziffern die Experten in Berlin auf rund eine Million Euro pro Kilometer.

Die Oberleitungstechnik ist nicht die einzige alternative Antriebsform, die derzeit in der Diskussion ist. Und sie ist angesichts des großen finanziellen Aufwands auch nicht unumstritten. Scania-Konkurrent Daimler setzt zum Beispiel auf rein batteriebetriebene Fahrzeuge. Das Unternehmen arbeite an Zukunftslösungen, die weltweit eine hohe Wahrscheinlichkeit auf Umsetzung hätten, heißt es auf der Homepage des Autobauers. „Diese sieht das Unternehmen im Augenblick bei der Oberleitung aufgrund ihrer hohen Infrastrukturkosten nicht – auch angesichts der rapiden Entwicklung der Batterie- und Brennstoffzellentechnologie.“ Den Beweis will Daimler auf der geplanten Oberleitungsstrecke in Baden-Württemberg antreten beziehungsweise anfahren. Dort soll es einen Direktvergleich zwischen seinen E-Lastwagen und den Hybrid-Oberleitungsfahrzeugen geben. mit dpa

Weitere Informationen gibt es im Internet unter https://mobil.hessen.de.

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