Kronberg

Durchgang im Opel-Zoo soll Privatweg werden

Kronberg Stadt will mit Bebauungsplan nicht länger auf Königstein warten. Es soll ein Passierrecht für den Philosophenweg geben.

Die Stadt Kronberg wird das Bebauungsplan-Verfahren für den Opel-Zoo allein fortführen. Laut der Stadt sind Versuche, mit der Nachbarstadt Königstein gemeinsam vorzugehen, gescheitert. Nun sollen sich die Kronberger Stadtverordneten in der Sitzungsrunde nach den Herbstferien mit der Änderung des Bebauungsplans „Opel-Zoo“ befassen. Für Thomas Kauffels, den Direktor des Opel-Zoos, steht fest: „Für die Zukunftssicherung das Opel-Zoos ist die B-Plan-Änderung unerlässlich.“

Mit der Änderung des Bebauungsplans soll ein baurechtlicher Rahmen geschaffen werden, der den Fortbestand und die Weiterentwicklung des Opel-Zoos unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Bürger nachhaltig sichert.

„Ziel der Bebauungsplanänderung ist es, dem Opel-Zoo ein zusammenhängendes Betriebsgelände mit einer arrondierten, geschützten Außengrenze und verbindliche Leitlinien für die Weiterentwicklung zur Verfügung zu stellen.“ Hierfür soll der durch den Zoo verlaufende Teil des öffentlichen Philosophenwegs eingezogen werden.

Am 13. Dezember 2018 hatte die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, den städtebaulichen Vertrag zwischen Kronberg, Königstein und der „von Opel Hessische Zoostiftung“ zu billigen und aufgrund des dringenden Planungserfordernisses das B-Plan-Verfahren allein weiterzuführen, sollten die Gremien der Stadt Königstein dem städtebaulichen Vertrag nicht zustimmen. Die Königsteiner Stadtverordnetenversammlung knüpfte im Mai 2019 die Unterzeichnung der Verträge an die Bedingung, am westlichen Bereich des Zoos eine vollwertige dritte Zugangsmöglichkeit zu errichten. „Um einen gemeinsamen Konsens hierzu zwischen der Stadt Königstein und dem Opel-Zoo zu erreichen, wurden unter Beteiligung der Stadt Kronberg diverse Abstimmungs- und Verhandlungsversuche unternommen, die jedoch nicht erfolgreich waren“, heißt es in der Begründung der neuen Vorlage. Die Konsequenz: Kronberg führt das Bebauungsplanverfahren allein weiter.

Doch würden dabei die Vereinbarungen mit Königstein und der städtebauliche Vertrag beachtet und umgesetzt, heißt es in der Vorlage. Hierzu zählten ein abgestimmtes Parkraumkonzept, Festsetzungen zur Nutzung des Wiesenbehelfsparkplatzes, die optionale Aufnahme eines Parkdecks im Bebauungsplan sowie die Möglichkeit, in einer Vereinbarung mit dem Opel-Zoo Regelungen für künftige Durchgangsoptionen am Privatweg umzusetzen. Stimmt die Stadtverordnetenversammlung dem überarbeiteten Bebauungsplanentwurf zu, wird die Öffentlichkeit erneut beteiligt.

Eintritt mit Chipkarte

Die vertraglichen Regelungen mit der „von Opel Hessische Zoostiftung“ würden mit der Stadt Kronberg geschlossen, da Königstein die getroffene Vereinbarung und den städtebaulichen Vertrag nicht unterzeichnen werde. Das zeitlich begrenzte Durchgangsrecht für den Philosophenweg, das der städtebauliche Vertrag festschreibt, wird den Kronberger Bürgerinnen und Bürgern weiterhin eingeräumt. Diese, so verpflichtet sich die Zoostiftung, können den Weg passieren, die Aufenthaltsdauer ist auf 60 Minuten beschränkt. Hierfür erhalten sie eine Chipkarte. Außerdem gewährt die Stiftung ihnen für zehn Jahre einen Rabatt von 50 Prozent auf die Jahreskarten des Zoos. Diese vertragliche Regelung kann um zehn weitere Jahre verlängert werden. Die Stadt Königstein kann diesem Vertrag beitreten.

Der durch das Zoogelände verlaufende öffentliche Philosophenweg wird so zum Privatweg, der nicht mehr frei begangen werden kann. Sowohl der Scheibelbuschweg als auch der öffentliche Fuß- und Radweg an der B455 stellen laut Vorlage „eine alternative Wegeführung zu dem Philosophenweg, der mittig durch das Opel-Zoo-Gelände verläuft“, dar. Die Nutzung der Wiesenbehelfsparkplätze wurde überarbeitet. Durch die Erweiterung des Waldparkplatzes im Jahr 2018, auf dem laut Nutzungsvereinbarung zwischen Hessen-Forst und dem Opel-Zoo bis zu maximal 120 weitere Autos parken können, verkleinert sich das Parkplatzkontingent der Wiesenbehelfsparkplätze auf nun 130 Stellplätze.

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